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BRÜCKEN BAUEN AKTUELL- JUNI 2012

Juni 2012

Liebe Leserin, lieber Leser,

zwischen der Mitgliederversammlung von Initiatives of Change – Deutschland e.V. und den Sommerkonferenzen in Caux melden wir uns mit Nachrichten von nah und fern.

Wie gut, dass es jedes Jahr einen Tätigkeitsbericht des Vorstands gibt, denn so werden manch kostbare Erfahrungen wieder präsent; sie bereichern den Austausch und ermutigen zum Ausblick in die Zukunft. Für Brücken Bauen aktuell haben wir zu den Erinnerungen aus dem Tätigkeitsbericht 2011 noch Ereignisse aus den ersten Monaten von 2012 hinzugesellt. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Nachrichten Sie auch ermutigen und wir von Ihnen ein Zeichen Ihrer Verbundenheit oder Ihres Interesses für die Arbeit von IofC bekommen. Wenn Sie es in der Form einer Spende tun möchten, benützen Sie bitte die in der Fußzeile angegebene Kontonummer unseres Vereins oder das beigelegte Überweisungsformular.

Im Namen des Redaktionsteams wünsche ich Ihnen einen sehr schönen Sommer und grüße Sie herzlich.

Nicole Thieke

 

Intensive Mitarbeit an grundlegenden Konzepten und Texten von IofC-International

In den letzten 20 Jahren haben sich die internationalen Strukturen von Initiatives of Change/ MRA total verändert. Nach einer langen Zeit der eher unorganisierten, manchmal undurchsichtigen Entscheidungsfindung brauchte die weltweite Bewegung transparente, demokratische Entscheidungsformen und verlässliche Strukturen, um einmütig handlungsfähig zu bleiben. Globale Konsultationen fanden statt, die von der geistlichen Substanz der Bewegung genährt waren und schöpferische Mitverantwortung der Basis ermöglichten. Dies waren aber keine bindende Beratungen. Juristisch gesehen waren nur die Entscheidungen der nationalen Vereine bindend.

Diese konstituierten sich vor 10 Jahren zu einem eingetragenen internationallen Verband. Vor zwei Jahren gelang es schließlich, die spontan-geistliche Komponente der Konsultationen und die juristische des Verbands in einer Struktur mit solider Satzung zu vereinen. Danach ging es darum, für die Satzung eine Präambel zu entwerfen, die Kern und Profil von Initiatives of Change deutlich und prägnant ausdrückt. Die breite Basis von IofC wurde zum Mitdenken und Formulieren eingeladen.

Initiatives of Change-Deutschland machte sich an die Arbeit, zuerst auf dem Wochenende der MV 2011, danach auf Treffen der Berliner IofC-Gruppe. Die Globale Mitgliederversammlung von IofC-International verabschiedete im Juli 2011 die Endfassung der Präambel: einen Text, der sowohl den geistlichen Kern und die Verpflichtung zu ethischen Prinzipien hervorhebt als auch nüchtern auf heutige nahe und weltweite Herausforderungen hinweist.

An der deutschen Übersetzung wurde bis ins neue Jahr gefeilt. Wir freuen uns, Ihnen diese neue Präambel  hier zur Verfügung zu stellen. Nun sind die Basis-Gruppen weiter an der Arbeit, damit im August 2012 die Globale MV über die gemeinsame Vision und Mission unserer Initiativen und über die Prioritäten der nächsten drei Jahre entscheiden kann.

 

Kontakte zur Ukraine und Osteuropa

Eine ermutigende Erfahrung ist die Freundschaft zwischen jungen deutschen Erwachsenen von IofC-Deutschland und der ukrainischen IofC-Gruppe „Foundations For Freedom“ (F4F – Fundamente der Freiheit) - trotz Visa-Schwierigkeiten! Diese Freundschaft wurde durch die Vorbereitung des IofC-Standes für den Kirchentag und die gemeinsame Präsenz in Dresden im Juni 2011 weiter befestigt. Drei Monate später war die Vorsitzende von IofC-Deutschland auf einer Tagung von F4F, um herauszufinden, ob die Art und Weise, wie die Ukrainer und andere Osteuropäer die Fundamente der Demokratie stärken, auf Deutschland und andere europäische Länder übertragbar wäre.

 

Präsenz auf dem Evangelischen Kirchentag 2011

Auf dem Kirchentag bot unser Stand nicht nur Informationen über F4F an, sondern auch IofC-Dokumentarfilme in drei Sprachen, die den Weg zu gerechtem Frieden durch Vergebung und Versöhnung zeigen. Viele afrikanische Besucher blieben eine Weile, um von unserem Vorstands­mitglied Paul Agbih mehr über die Versöhnungs-Arbeit von Imam Ashafa und Pastor James in Nigeria und Kenia zu erfahren. Besucher aus Palästina und Südostasien kauften Kopien der Filme für ihre Versöhnungsarbeit.      

 

Caux: Sommer und Winter

Von den Sommerkonferenzen in Caux berichtet jedes Jahr die Internetseite www.caux.ch. Für die Leser, die BrückenBauen Aktuell nur per Post empfangen, legen wir den gedruckten Bericht 2011 und das Programm des bevorstehenden Sommers bei. Detaillierte Programme zu den verschiedenen Tagungen können bei uns noch bestellt werden.

Caux empfängt jedes zweite Jahr nach Weihnachten die Winterkonferenz, die von einem europäischen - meist deutschsprachigen - Team vorbereitet wird, und so deutsche Familien besonders anspricht aber auch das breitere europäische Zusammenwachsen fördert. Die nächste Winterkonferenz findet ab dem 26.12. 2012 statt.  -  Mehr Informationen gibt gerne Ulrike Keller ulrikekeller_89@hotmail.com.         

 

Indien: Panchganis Rolle in der Weltwirtschaft

Das indische IofC-Konferenzzentrum Asia Plateau in Panchgani ist seit seiner Gründung vor 40 Jahren für seine Industrie- und Wirtschafts-Seminare bekannt und geschätzt. Viele indische Firmen wie Tata nehmen seit Jahren regelmäßig daran teil, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Jeden November findet eine internationale Wirtschafts­konferenz statt, die auch von deutschen Unternehmern besucht wird.

Sogar multinationale Konzerne nehmen die Kompetenz von Asia Plateau in Anspruch, um ihre Wirtschaftsethik auf Kurs zu bringen. Siemens ist einer von ihnen: ein langer Artikel der Economic Times Mumbai vom 19. April 2012 beschreibt, wie Siemens die gravierenden Korruptionsfälle, durch die sich der Konzern Märkte in Asien und Südamerika gesichert hatte, angepackt hat und eine ganz neue Wirtschaftsethik in alle seine Unternehmen von oben nach unten eingeführt hat. Am Schluss verrät der Autor, welchen Weg Siemens gewählt hat: „Ganze Ladungen von Siemens-Mitarbeitern, inklusive der obersten Chefs, verbringen Zeit in Panchganis Campus der NGO Initiatives of Change, deren Präsident Rajmohan Gandhi ist, ein Enkel des Mahatmas. Interessant: Siemens bringt Ethik in seine Strukturen, während Tata Struktur in sein ethisches Verhalten bringt. Beides ist notwendig.“  -  Mehr dazu und zu den Umweltprojekten von Asia Plateau finden Sie unter www.in.iofc.org

 

Nigeria und Kamerun: Leadership-Kurs und Panafrikanische Konferenz

Im November 2011 fand für junge Erwachsene der 6. Leadership-Kurs ‚Harambee’ in Nigeria statt. Die Teilnehmer kamen aus 8 Ländern, einer sogar aus Afghanistan. Nach einer Woche theoretischer Ausbildung folgte der praktische Einsatz zusammen mit Imam Mohammad Ashafa und Pastor James Wuye in ihrem Mediations-Zentrum von Kaduna (bekannt durch die Filme ‚Der Imam und der Pastor’ und ‚An African Answer’ – beide auch in deutscher Sprache erhältlich). Paul Agbih, Nigerianer aus Bayern, gehörte zu den Ausbildern und Begleitern von Harambee 2011. 

Im Mai 2012 lud IofC-Kamerun zu einer Panafrikanischen Konferenz ein. Die Teilnehmer befassten sich mit Leadership, Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung. Besonders herausfor­dernd und ermutigend wirkten die Beiträge von Kardinal Tumi, Kamerun (Zu gutem Leadership gehören Demut und Disziplin), vom Wirtschaftsexperten Ashwin Patel, Kenia (Ich bin bereit, arm zu sterben, eher als mit Reichtum zu leben, den ich nicht selber erworben habe), vom Senator Moïse Nyarugabo und vom ehemaligen korrupten Beamten Lwaboshi (beide aus der Dem. Rep. Kongo, s. unten). 

 

Initiatives et Changement  in der Demokratischen Republik Kongo

Seit mehreren Jahren besteht eine aktive Partnerschaft zwischen Mitgliedern unseres Vereins und dem kongolesischen e.V. „Initiatives et Changement – RDC“. Unsere Partner sind dankbar, dass in großer Treue Spenden aus Deutschland die Teilnahme von Kongo­lesen an den Caux-Konferenzen sowie an IofC-Tagungen in Afrika ermöglichen. Dadurch gewinnen sie immer wieder neue Einsichten, neuen Mut, und neue Kompetenzen in ihrem Engagement für korruptionsfreie Bildung, Gerechtigkeit, Transparenz in der Politik und für einen verantwortlichen Umgang mit der Natur und den Bodenschätzen ihres Landes.

Sie sind aber auch für jede Unterstützung vor Ort dankbar. Im März dieses Jahres war die Afrikanische IofC-Koordinierungsgruppe zum ersten Mal im Kongo zu Besuch. Selber englischsprachig, hatte sie sich wegen der Sprachbarriere bisher nicht getraut, die dortigen IofC-Gruppen zu besuchen. Jetzt hatte sie mich (N. Thieke) zur Begleitung eingeladen.

Da wir vorher in Burundi waren und nur noch vier Tage zur Verfügung hatten, beschränkte sich unser Besuch auf Bukavu im Osten des Kongo, wo wir die IofC-Gruppen aus Nord- und Süd-Kivu trafen:  

Wir fuhren per Bus von Bujumbura, der Hauptstadt Burundis, über die gepflegten Dörfer und „collines“ von Ruanda („collines“= Hügel, die zum großen Teil richtig steile Berge sind). Nach einem ersten Entsetzen über das Chaos, das ab der kongolesischen Grenze auf der Straße herrschte, schauten meine Begleiter zum Glück gleich in die Weite und entdeckten die Schönheit des Kivu-Sees mit seinen vielen Inseln und Halbinseln und den umliegenden üppigen Wäldern – dort, wo unzählige Bodenschätze verborgen sind: eine Region, die viele Touristen anziehen und einen richtigen Aufschwung erleben könnte, wenn endlich mal Frieden und Ordnung aufgebaut würden.

An diesem Aufbau arbeiten die Freunde, die wir trafen, mit viel Mut und Ausdauer:

- Alphonse, der die gemeinschaftliche landwirtschaftliche Entwicklung in einem Gebiet vorantreibt, wo marodierende Banden versuchen, die Bevölkerung einzuschüchtern;

- noch einmal derselbe Alphonse privat, der durch seinen Verzicht auf persönliche Land-Ansprüche Versöhnung in seine Großfamilie gebracht hat;

- David, der die beste evangelische Schule vom Süd-Kivu nach klaren ethischen Prinzipien leitet;

- Annette, die als Inspectrice Principale Provinciale vom Süd-Kivu mit großer Konsequenz die Aufsicht über 180 Schulinspektoren und gut 2000 Schulen ausübt;

- Lwaboshi, der vor zehn Jahren in Goma seinem korrupten Treiben als Oberinspektor in Umwelt-Angelegenheiten ein Ende setzte; seither verhilft er Körperbehinderten zu Arbeit und Würde. Mit ihnen hat er mehrere Werkstätten aufgebaut und sogar eine Mikrokredit-Genossenschaft gegründet;

- der Rechtsanwalt Moïse, der seine Kampagne zu den Parlamentswahlen vom letzten November 2011 in Uvira unter dem Zeichen der Versöhnung zwischen seinem Volk (den Munyamulenge) und dessen regionalen Erzfeinden gestellt hat und von diesen erstaunlich viele Stimmen erhielt; dies wog für ihn  m e h r  als die Tatsache, dass sein Name wegen Fälschungen nicht auf der Liste der gewählten Abgeordneten stand – einer von den vielen Betrugsfällen der letzten Wahlen;   

 - mehrere junge Erwachsene, die in Nord- und Süd-Kivu versuchen, selber glaubwürdig die Veränderungen vorzuleben, die sie um sich herum sehen möchten. 

Die Afrikanische Koordinationsgruppe beschloss, diese Initiativen im Ostkongo intensiv zu unterstützen, insbesondere durch gezielte ethische und strategische Fortbildungsseminare.

 

Peace Circles – Friedens-Kreise in Berlin

„Deutschland ist seit 65 Jahren vom Krieg verschont geblieben. Heißt es, dass wir im Frieden leben? Was ist Frieden? Dies war die zentrale Frage des ersten deutschen Peace Circle, der im Februar in Berlin stattfand und bei dem junge Frauen für ein Wochenende unter der Leitung von Elisabeth Homann zusammenkamen“, schreibt eine der Teilnehme­rinnen.

Der Peace Circle (Reihe von Begegnungen für Frauen jeden Alters und jeder Herkunft) ist ein Angebot der Creators of Peace von Initiatives of Change: www.iofc.org/creators-of-peace

Im Bericht heißt es weiter: „Wir kamen uns sehr nah. Die Lebensge­schichte, die jede mit den Anderen austauschte, brachte uns nicht bloß einmal zu Tränen. Die Wände von Elisabeths Wohnung klebten wir mit unseren Definitionen und unseren Anliegen zu: Druck, Ungerechtig­keit, Neid, unkontrollierte Emotionen sind nur ein paar der Faktoren, die den inneren Frieden zerstören, der im Westen ohnehin so bedroht ist.

Was können wir selber tun, fragten wir uns? Außer unserer Sprache haben wir keine besonderen Mittel. Wir fanden einige Antworten, wie: die Welt wahrnehmen; sich für eine gute Eingebung öffnen; selbstkritisch den ersten Schritt wagen. In anderen Worten: die Veränderung, die man um sich herum sehen möchte, in sich selber stattfinden lassen.“

Der nächste Berliner Peace Circle findet im November 2012 statt. Elisabeth Homann, die 2011 in Caux eine Ausbildung zur Moderatorin von Peace Circles abgelegt hat, wird ihn wieder moderieren. Frauen jeden Alters und jeder Herkunft sind herzlich willkommen.           

Kontakt:  Homann.Elisabeth@web.de  /  Tel. 05141-85300 / Mobil  0176 38 82 24 44

 

Werden Sie selber initiativ!

Tragen Sie bitte dazu bei, dass diese Initiative fortgeführt wird, wie auch die anderen Initiativen, von denen Sie in dieser Ausgabe von Brücken Bauen aktuell lesen konnten! Alle Projekte sind dringend auf Spenden angewiesen.

Wenn Sie eine Spende an Initiatives of Change-Deutschland e.V. überweisen,  können Sie dazu ein Stichwort schreiben, damit wir wissen, welche Initiative Sie besonders unterstützen möchten.

Bitte geben Sie Ihre volle Adresse an, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung für Ihre Steuererklärung zukommen lassen können.

 

Vielen Dank im Voraus!

Die Redaktion und der Vorstand von IofC-Deutschland e.V.


BRÜCKEN BAUEN – aktuell Redaktion: Nicole Thieke

e-Mail: nicole.thieke@de.iofc.org www.iofc.org/de

Bankverbindung von Initiatives of Change-Deutschland e.V.: Evangelische Kreditgenossenschaft Stuttgart BLZ: 52060410 Kontonummer: 41 99 31 IBAN: DE37520604100000419931 BIC: GENODEF1EK1

IofC in Kürze

Initiativen der Veränderung (Initiatives of Change/ IofC) ist eine internationale Bewegung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, die sich für eine Veränderung der Gesellschaft einsetzen. Diese Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen und basiert auf der Veränderung von Beweggründen und persönlichen Verhaltensweisen.

Wir setzen uns dafür ein, Menschen zu inspirieren, auszurüsten und miteinander in Kontakt zu bringen, um die Bedürfnisse dieser Welt in den Bereichen Vertrauensbildung, einer ethischen Führungskultur und einem zukunftsfähigen Lebensstil anzugehen. Dabei fängt Veränderung bei jedem Einzelnen an.

 

Omnia Marzouk, Präsidentin, IofC International
"Nichts kann auf Dauer geschaffen werden ohne das Verlangen von Menschen, ihr Leben zu verändern und die Veränderung, die sie sich für die Gesellschaft erhoffen, als Beispiel vorzuleben."