Friedensinitiative für Somalia

Friedensinitiative für Somalia

Somalis in Caux: von l. nach r.: Ahmed Egal, Yusuf Al-Azhari and Osman Jama Ali

Nach seinem Besuch im IofC-Konferenzzentrum in Caux/Schweiz schaffte es ein ehemaliges somalisches Milizmitglied, das im europäischen Exil lebte, seinen Groll zu überwinden. "Ich erkannte, dass Veänderung bei mir anfangen muss.", sagte er. "Ich bin jetzt frei von Angst und Bitterkeit. Ich habe eine neue Waffe für mein Land entdeckt." Nach seiner Rückkehr beschloss er, seinen ehemaligen Kriegsherren zu kontaktieren, der inzwischen imGefängnis sass und nahm Verteter verschiedener Somali-Clans mit, die ebenfalls im Exil lebten. Der Austausch seiner eigenen Erfahrungen mit Versöhnung ermöglichte es, ihr Vertrauen zu gewinnen. Gemeinsam ergriffen sie eine Initiative und brachten Intellektuelle aus verschiedenen kriegführenden somalischen Clans mit dem Ziel, den Konflikt zu beenden, an einen Tisch. Sie erhofften sich für jedes Mitglied der Gruppe, zu versuchen, die Einstellungen innerhalb des eigenen Clans zu verändern und nicht die Schuld auf die anderen zu schieben.

1993 nahm Osman Jama Ali, ein somalischer Politiker im britischen Exil, an einem Treffen wichtiger Somalis teil, das nicht lange nach dem Zusammenbruch des somalischen Staates von IofC in Schweden organisiert wurde. "Obwohl wir aus veschiedenen Clans und unterschiedlichen politischen Fraktionen kamen", sagte er "gab es eine Bereitschaft, sich für das Unrecht, das wir begangen hatten zu entschuldigen und die Fehler anderer zu vergeben, was zu einer echten Versöhnung zwischen uns führte. Seit damals bin ich überzeugt, dass wir in diesem Geist handeln müssen, wenn wir einen Weg aus dem Chaos finden wollen, in dem wir uns befinden. Die moralischen Massstäbe von Ehrlichkeit, Reinheit, Selbstlosigkeit und Liebe, nach denen jeder Muslim leben sollte, sind wichtige Grundlagen für eine stabile Gesellschaft."

Er bemühte sich daraufhin, diese Prinzipien als Stellvertretender Premierminister der Übergangsregierung (2000-2003) und als (erfolgloser) Kandidat bei den somalischen Präsidentschaftswahlen 2004 anzuwenden. Er ist jetzt Vorsitzender der somalischen Initiative für Dialog und Demokratie (mit Sitz in Grossbritannien), die 2006 ins Leben gerufen wurde und sich dafür einsetzt, Mitglieder der somalischen Diaspora mit Unterstützung von IofC zusammen zu bringen. 2008 legte Osman Jama Ali  "einen Vorschlag für einen Übergang zu einem demokratischen, nicht klan-orientierten Regierungssystem für Somalien" vor.

Mehr dazu auch im Artikel:  'Something brilliant for the Somali community'