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Initiatives of Change from 1908 on
Geschichtlicher Überblick
IofC von den Anfängen bis heute

DIE ANFÄNGE

Frank Buchman
							Die Bewegung entstand in den späten 1920er Jahren unter Studenten an der Universität Oxford und wurde anfangs als Oxford-Gruppe bezeichnet. Als sich Europa 1938 zum Krieg rüstete, rief der Begründer der Bewegung, Frank Buchman, zu einer „moralischen und geistigen Aufrüstung” für eine „Welt ohne Hass, Angst und Habgier“ auf. Daraus entstand der Name Moralische Aufrüstung (MRA).

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte die Bewegung ein Programm zum moralischen und geistigen Wiederaufbau der Welt: Die Veränderungen in Motivation und Charakter einzelner Menschen sollen zu positiven Veränderungen im privaten und öffentlichen Leben führen.

FRANK BUCHMAN (1878-1961)

Die Ursprünge der Initiativen der Veränderung gehen zurück auf eine religiöse Erfahrung Frank Buchmans (1878 - 1961), eines Amerikaners Schweizer Abstammung. Der Pfarrer der lutherischen Kirche in den USA erlebt, wie er nach einem Streit mit Kollegen von seiner Bitterkeit befreit wird. Diese tiefgreifende Erfahrung verändert sein Leben.

Er kommt zu der Überzeugung, dass das Aufweichen moralischer Grundsätze den Charakter der Menschen und zwischenmenschliche Beziehungen zerstört, und dass moralische Stärke eine Voraussetzung für eine gerechte Gesellschaft ist.

OXFORD GROUP UND ANONYME ALKOHOLIKER

Zunächst versucht Frank Buchman, seine Vorstellungen Studenten näher zu bringen. Seine Idee fasst in den 1920er Jahren in Oxford und an einigen amerikanischen Universitäten Fuß und verbreitet sich in den 1930er Jahren in vielen Lebensbereichen und Ländern.

Als direkte Folge des befreienden Gefühls, das einige Männer nach dem Kontakt zur Oxford-Gruppe verspüren, werden in den USA 1935 die Anonymen Alkoholiker gegründet.

1938: AUFRUF ZU "MORALISCHER AUFRÜSTUNG"

Kurz vor dem Ausbruch des Krieges in Europa im Sommer 1938 ruft Buchman weltweit zu einer moralischen und geistigen Aufrüstung auf. Zur gleichen Zeit beginnt die Moralische Aufrüstung (MRA) offiziell ihre Arbeit in Europa und Nordamerika.

Buchmans Ziel ist es, die positiven Kräfte aller Länder zu bündeln. Seine Überzeugungen werden vermehrt in der öffentlichen Diskussion aufgegriffen. Während des Krieges melden sich Hunderte seiner Mitarbeiter bei den Streitkräften der Alliierten als Freiwillige. Er selbst bleibt mit anderen in den Vereinigten Staaten, um dort zur Stärkung der nationalen Moral beizutragen.

1946: KONFERENZZENTRUM CAUX/SCHWEIZ

Conversation between Konrad Adenauer and Frank Buchman in Los Angeles, 1960
							Im Jahre 1946 öffnet in Caux in der Schweiz dank der Großzügigkeit und harten Arbeit Hunderter Schweizer Bürger ein internationales Konferenzzentrum seine Pforten. Frank Buchman kehrt nach Europa zurück. Er weiß, dass ein dauerhafter Weltfriede nur geschaffen werden kann, wenn sich in den menschlichen Beziehungen sowohl im persönlichen als auch im öffentlichen Bereich etwas ändert.

Zu einer Zeit, in der jeder Kontakt zu Deutschen extrem schwierig ist, laden Buchman und seine Mitstreiter immer größere deutsche Delegationen nach Caux ein. Dazu zählt auch die neu entstehende politische Führungsriege. Im Laufe der folgenden vier Jahre kommen mehr als 3 000 Deutsche und 2 000 Franzosen nach Caux. Sie schaffen durch ihre Begegnungen die Grundlage für Versöhnung und Wiederaufbau. Frank Buchman wird später von der deutschen und der französischen Regierung für seine Verdienste um die Versöhnung in Europa ausgezeichnet.

KONFERENZARBEIT UND TOURNEEN

Die Konferenzen in Caux und auf Mackinac Island in den USA finden in der Nachkriegszeit große öffentliche Anerkennung, weil sie einen Beitrag zur internationalen Verständigung leisten. Die Arbeit der MRA trägt zur Versöhnung zwischen Japan und seinen Nachbarn in Südostasien bei. Sie hilft auch in mehreren afrikanischen Staaten, die Unabhängigkeit ohne größeres Blutvergießen zu erreichen. In den 1950er Jahren reisen mehrere Schauspieltruppen um die Welt, die die Grundgedanken der MRA weiter verbreiten. In Lateinamerika, Indien, Japan und mehreren Ländern Afrikas werden neue Zentren eröffnet.

NACH BUCHMANS TOD

Mountain House with Swiss flagAls Frank Buchman 1961 stirbt, übernimmt der Brite Peter Howard, ein ehemaliger politischer Journalist, die führende Position in der MRA. Aber vier Jahre später stirbt auch er. Ohne klar definierte Führung, die den Zusammenhalt sichert, brechen Meinungsunterschiede zwischen denjenigen auf, die jetzt Verantwortung übernehmen.

In einigen Ländern wird ein neuer Ansatz ausprobiert, der vor allem die jüngere Generation erreichen soll. In anderen Ländern geht die Arbeit der MRA traditionelle Wege. Wo anfangs nur unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden, entstehen in der Folge zwei getrennte Strukturen: Das Projekt "Up With People" entwickelt sich zu einem weltweiten Bildungsprogramm und spaltet sich von der Moralischen Aufrüstung ab.

Erst nach einer Zeit der Unsicherheit und Berührungsängste finden beide Seiten, gestärkt durch neue Erfahrungen, wieder eine Vertrauensbasis.

70ER UND 80ER JAHRE

In den 70ern und 80ern steht die Konsolidierung im Vordergrund. Angesichts zahlreicher Regionalkonflikte in der Welt ist das Bedürfnis nach Versöhnung groß. Deshalb unterstützt MRA friedenstiftende Initiativen in Afrika und Asien.

Das Asia Plateau in Indien wird zu einem bedeutenden internationalen Zentrum für die Schulung von Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und anderen Lebensbereichen.

In Großbritannien liegt ein Schwerpunkt auf der Verbesserung der Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in der Automobil- und Stahlindustrie. Von diesen Branchen hängt zu der Zeit die wirtschaftliche Stabilität des Landes ab.

Daneben bemüht sich MRA, die wachsenden Spannungen zwischen den verschiedenen Nationalitäten und Kulturen in den britischen Großstädten abzubauen.

DIE 90ER JAHRE

This photo shows a handpainted stagebackground used in a summer conference at Caux after the unification of East- and West Germany.
The artist is unknown but still the message is clear to understand: tear down those inner and outer walls! The date taken is not claer.
							Der Zusammenbruch des Kommunismus eröffnet den Ländern in Mittel- und Osteuropa die Chance auf einen Wiederaufbau der Demokratie. Dieses Thema wird in den 1990er Jahren ein Schwerpunkt der MRA-Arbeit. Außerdem gibt es neue Ansätze zur Überbrückung der Kluft zwischen den unterschiedlichen ethnischen Gruppen in den USA. In Taiwan, Brasilien und Kenia tragen Kampagnen für „Saubere Wahlen“ zur Fortentwicklung der Demokratie bei. MRA bemüht sich, eine moralische und spirituelle Grundlage für Entwicklung sowohl in reichen wie in ärmeren Ländern zu legen.

UND HEUTE?

The Opening Session of 'Openness and Trust Between Generations' Conference started on Thursday evening with kids, parents and grand parents in tow.Als der Jahrtausendwechsel bevorsteht, wächst in der weltweiten Arbeit die Erkenntnis, dass die Bezeichnung Moralische Aufrüstung nicht mehr so positiv besetzt ist wie 1938.

Im Sommer 2001 verkünden der Präsident der schweizerischen Stiftung für Moralische Aufrüstung, Cornelio Sommaruga (ehemals Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz) und Professor Rajmohan Gandhi, ein Enkel des Mahatma, vor der Weltpresse in Caux den neuen Namen der Bewegung: Initiativen der Veränderung.

Die Zentren der Initiativen der Veränderung in der Schweiz, Großbritannien, Indien und Australien, um nur die größeren zu nennen, sind weiterhin aktiv. Als Antwort auf besondere Bedürfnisse in der Gesellschaft werden neue internationale Programme ins Leben gerufen. Nachfolgende Generationen, die Verantwortung für die moralische und geistige Erneuerung der Gesellschaft übernehmen, werden immer wieder andere Wege beschreiten, um der Wahrheit Ausdruck zu verleihen und die weltweiten Aktivitäten zu koordinieren.

Doch der Grundgedanke der Initiativen der Veränderung bleibt unverändert: Veränderungen im Leben jedes Einzelnen können Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bewirken. Die Initiativen der Veränderungen stützen sich dabei mehr auf praktische Erfahrungen als auf philosophische Überlegungen. Auf dieser Grundlage können Menschen unterschiedlicher religiöser und politischer Überzeugungen zusammenkommen, ohne ihren Glauben aufgeben zu müssen. Sie können Teil eines weltweiten Netzwerks werden, das sich für Veränderungen in der Welt einsetzt.