Initiatives of Change from 1908 on
Geschichtlicher Überblick
Initiativen der Veränderung von 1908 bis 2012

Kurzer Überblick

Initiativen der Veränderung ist seit mehr als 80 Jahren aktiv. Die Bewegung entstand aus der Arbeit Frank Buchmans (1878-1961), einem lutherischen Pastor aus den USA. Buchman glaubte, dass es eine göttliche Bestimmung für die Welt und jeden einzelnen Menschen gibt. Er zeigte darüber hinaus auf, dass Glaube und Veränderung in der Gesellschaft eng miteinander verknüpft sind. Im Laufe der Zeit erreichte er mit seinen ursprünglich christlich geprägten Ideen zunehmend auch Anhänger anderer Religionen sowie Personen, die sich keiner Glaubensrichtung zugehörig fühlten. Die Bewegung wurde in den 1920er Jahren als „Oxford-Gruppe" bekannt und 1938 in „Moralische Aufrüstung" (MRA) umbenannt. Seit 2001 lautet der Name „Initiativen der Veränderung" (IofC).

1908 Frank Buchman
Frank Buchman

Buchman, der Begründer von Initiativen der Veränderung, macht eine grundlegende Erfahrung. Der lutherische Pfarrer ist mit Kollegen zerstritten, erlebt jedoch, wie er von seiner Bitterkeit befreit wird. Diese religiöse Erfahrung gibt dem Leben des Amerikaners schweizerischer Abstammung eine neue Richtung.

Oxford-Gruppe

Buchmans Erfahrung von 1908 überzeugt ihn davon, dass moralische Kompromisse den Charakter der Menschen sowie zwischenmenschliche Beziehungen zerstören. Er weitet diese Idee aus: Eine gerechte Gesellschaft kann nur auf der Grundlage einer klaren Moral entstehen. Buchmans Wirken findet in Oxford und mehreren amerikanischen Universitäten Widerhall. Eine Bewegung entsteht, die als “Oxford-Gruppe” bekannt wird.

1927
1935
Anonyme Alkoholiker

Buchmans Ideen verbreiten sich in den 1930er Jahren in vielen Ländern und Lebensbereichen. Eine Gruppe von Männern, die selbst eine Erfahrung der Befreiung gemacht haben, gründen 1935 die Anonymen Alkoholiker (AA).

Moralische Aufrüstung

Ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ruft Frank Buchman weltweit zu einer “moralischen und geistigen Wiederaufrüstung” auf. Am Ende des Krieges setzt sich die Moralische Aufrüstung (MRA), wie sie jetzt offiziell genannt ist, für einen moralischen und geistigen Wiederaufbau ein. Dabei sollte eine Veränderung im privaten und öffentlichen Leben durch die Veränderung von Motiven und Charakter gefördert werden. Buchman legt ausserdem besonderen Wert auf den Glauen. Er ist davon überzeugt, dass Gott einen Zweck für das Leben jedes Einzelnen und der gesamten Menschheit hat und er ermutigte die Leute, Gottes Weisheit in einer regelmässigen Zeit der Stille und des Nachdenkens zu suchen. Buchman war überzeugter Christ und beschrieb Moralische Aufrüstung als "den guten Weg einer Ideologie, von Gott inspiriert, die alle vereinen kann. Katholiken, Juden und Protestanten, Hindi, Muslime, Buddhisten und Konfuzianer - sie alle können sich, wo nötig, verändern und gemeinsam diesen guten Weg gehen."

1938
1946
Caux, Schweiz

Dank der Grosszügigkeit und harten Arbeit Hunderter Schweizer Bürger kann im Juli 1946 in Caux ein internationales Konferenzzentrum eröffnet werden.

Deutsche in Caux

Zu einer Zeit, in der jeder Kontakt mit Deutschland noch schwierig ist, laden Frank Buchman und seine Mitarbeiter jedes Jahr grosse Delegationen von Deutschen nach Caux ein. Sie treffen dort auf ähnliche Gruppen von Franzosen. Diese Begegnungen tragen in bedeutender Weise zu Versöhnung und Wiederaufbau bei. Buchman wird später von der deutschen und der französischen Regierung für seine Verdienste um die Versöhnung in Europa ausgezeichnet.

1947
1949
Versöhnung

Die Konferenzen in Caux und auf Mackinac Island (USA) finden Anerkennung, weil sie in der Nachkriegszeit zur internationalen Verständigung beitragen. Die Treffen helfen bei der Versöhnung zwischen Japan und seinen südostasiatischen Nachbarn. Sie haben Anteil daran, dass mehrere afrikanische Staaten ihre Unabhängigkeit ohne größeres Blutvergießen erlangen.

Expansion

In den 1950er Jahren reisen verschiedene Schauspielgruppen, die die Ideen der Moralischen Aufrüstung verbreiten, um die Welt. In Lateinamerika, Indien, Japan und mehreren Ländern Afrikas werden neue Zentren eröffnet.

1950
1961
Tod Frank Buchmans

Frank Buchman stirbt im Sommer 1961. Der Brite Peter Howard, ein ehemaliger Politjournalist, übernimmt die Führung. Aber vier Jahre später stirbt auch er. Weil keine klare Struktur den Zusammmenhalt sichert, treten unter den neuen Verantwortlichen Meinungsunterschiede auf.

Up with People

In einigen Ländern wird ein neuer Ansatz versucht, der vor allem die jüngere Generation erreichen soll. Up with People, das sich zu einem globalen Erziehungsprogramm entwickelt, trennt sich von der MRA. In anderen Ländern geht die Arbeit eher traditionelle Wege. Erst nach einer Periode der Unsicherheit und Berührungsangst fassen die einzelnen Gruppen wieder Vertrauen zueinander.

1965
1968
Asia Plateau

1968 wird in Indien das internationale Konferenzzentrum Asia Plateau eröffnet. Es dient der Schulung von Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und anderen Lebensbereichen.

Konsolidierung

In vielen Teilen der Welt gewinnt die Versöhnungsarbeit in Konfliktsituationen an Bedeutung. Deshalb werden in diesen Jahren vor allem Friedensinitiativen in Asien und Afrika unterstützt.

1970er
1980er
Grossbritannien

In Grossbritannien setzt sich MRA für bessere Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den grossen Betrieben der Auto- und Stahlindustrie ein, von denen die wirtschaftliche Stabilität des Landes abhängt. Außerdem bemüht sich die Arbeit um eine Verständigung zwischen den vielfältigen Nationalitäten und Kulturen in den grossen britischen Städten.

Zusammenbruch des Kommunismus

Der Zusammenbruch des Kommunismus eröffnet die Chance zu einem Wiederaufbau der Demokratie und einer funktionierenden Wirtschaft in Mittel- und Osteuropa. Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen wird in den 1990er Jahren zu einem Schwerpunkt der Arbeit.

1990er
1990er Treffen der Clean Election Campaign in Kenya
Neue Initiativen

Eine Vielzahl neuer Initiativen entsteht. ‘Hope in the Cities’ soll die Kluft zwischen den ethnischen Gruppen in der USA überbrücken. Kampagnen für “Clean Elections” (Wahlen ohne Korruption) tragen zur Fortentwicklung der Demokratie in Taiwan, Brasilien und Kenia bei. Die Arbeit legt Nachdruck darauf, dass arme wie reiche Länder eine moralische und geistige Grundlage für ihre Entwicklung brauchen.

Ein neuer Name

Mit Beginn des neuen Milleniums wächst weltweit die Erkenntnis, dass die Worte “Moralische Aufrüstung” nicht mehr den gleichen Widerhall finden wie im Jahre 1938. Im Sommer 2001 geben der damalige Präsident der Caux-Stiftung, Dr. Cornelio Sommaruga (ehemaliger Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes) und Professor Rajmohan Gandhi, der Enkel des Mahatma, offiziell den neuen Namen der Bewegung bekannt: Initiatives of Change (Initiativen der Veränderung).

2001
2014
Heute

Die Grundidee von Initiatives of Change bleibt die gleiche: Eine Änderung des Einzelnen kann zu sozialer, wirtschaftlicher und politischer Veränderung führen. Eine neue Generation, die Verantwortung für diese Arbeit einer moralischen und geistigen Erneuerung der Gesellschaft übernimmt, findet auch neue Wege, diese Wahrheit auszudrücken und die weltweite Arbeit zu koordinieren.

Aber das Hauptgewicht liegt weiterhin mehr auf praktischer Erfahrung als auf Theorie. Auf dieser Grundlage können sich weiterhin Menschen verschiedener religiöser und politischer Ansichten treffen, ohne dass sie ihre Grundüberzeugungen aufgeben müssen. Sie werden Teil eines globalen Netzwerks, das die Änderung der Welt zum Ziel hat.