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NEUJAHRSBOTSCHAFT 2010

Neujahrsbotschaft von Rajmohan Ghandi, Präsident von IofC International

 

1. Januar 2010

Liebe Freunde, Zunächst möchte ich Ihnen allen ein gutes neues Jahr wünschen. Während der Jahrzehnte, die ich mich für diese Bewegung für moralische und spirituelle Erneuerung engagiert habe, die heute unter dem Namen Initiativen der Veränderung bekannt ist, wurde ich Zeuge von vielerlei Bemühungen, das Denken und Handeln von Menschen und Nationen zu verändern und habe in einigen dieser Versuche auch selber eine aktive Rolle gespielt. Von der mutigen Nachkriegsstrategie, Japan bei der Versöhnung mit seinen ehemaligen Feinden zu helfen, über den Marsch für ein „gerechtes, starkes, vereinigtes Indien“ 1964, zum aktuellen Vorhaben, menschliche Sicherheit mit dem Caux Forum für Menschliche Sicherheit zu stärken – diese und viele weitere Initiativen sind Teil unseres gemeinsamen Erbes.

Dies ist der Hintergrund, vor dem sich mir die Frage stellt, wie ich die Zukunft von Initiativen der Veränderung sehe. Meine nüchterne, aber von tiefer Überzeugung geprägte Bewertung ist, dass sich 2010 Gelegenheit zu einer neuen Phase von wirkungsvollem Engagement bietet.

Im November habe ich in Oxford an Diskussionen teilgenommen, in denen mein Vorgänger Mohamed Sahnoun und einige weitere Freunde den Rahmen für eine “Caux Declaration“ (Erklärung von Caux) festlegten, die voraussichtlich im Juli im Rahmen des dritten Caux Forum für Menschliche Sicherheit lanciert werden soll. Diese Erklärung wird ein Aufruf an Millionen Menschen werden, ihr Denken und Leben zu verändern. Wenn diese Caux Declaration wirklich etwas bewirken soll, müssen möglichst alle, die sich mit Initiativen der Veränderung verbunden fühlen, dahinter stehen. Und nicht nur wir alle, sondern viele mehr - weit über die heute in den Teams und Programmen von Initiativen der Veränderung Aktiven hinaus – all jene, die Partner im Einsatz für Veränderung sind weil sie sich um die Menschen und um den Planeten Erde Sorgen machen und die etwas tun wollen, um die aktuelle Lage zu verbessern.

Sofern es Gott und unsere Gesundheit erlauben, werden meine Frau Usha und ich im März in Indonesien eine Reise beginnen. Ich habe mich zu diesem Unternehmen verpflichtet unter der Bedingung, dass einige jüngere Leute uns bei jeder Etappe dieser Reise begleiten, und uns dabei helfen, die Botschaft von Initiativen der Veränderung in die heutige Zeit zu übersetzen. Dies wird der Fall sein. Ob in Südafrika, in der Ukraine, in Norwegen, in Mexiko und auf zahlreichen Zwischenhalten werden diese Besuche, so hoffen wir, die Einladung, Teil einer „Koalition des Gewissens für die Welt“ zu werden weitertragen. Diese Monate bieten uns auch die einmalige Chance, die Energie der Teams in diesen Regionen zu spüren, von ihnen zu lernen und sie dabei zu unterstützen, vor Ort mögliche Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu finden.

Ein Höhepunkt dieser Reise wird der Besuch in Rumänien sein, wo wir vom 12. bis am 19. April an der „Global Consultation“ (globalen Konsultationstreffen) teilnehmen werden. In den zwanzig Jahren seit dem Fall der Berliner Mauer sind hunderte junger Menschen aus Mittel- und Osteuropa nach Caux gekommen, voller Hoffnung nach den „Grundlagen der Freiheit“ suchend und danach, was sie selber dazu beitragen können, diese Grundlagen in ihrer Heimat zu stärken. Rumänien ist also ganz bestimmt ein passender Ort, um über den zukünftigen Beitrag von Caux für die Welt zu diskutieren.

Parallel dazu läuft bereits eine weiterer entscheidender Prozess: Die Entwicklung eines neuen Modells, wie die verschiedenen Teams von Initiativen der Veränderung rund um den Globus besser und wirksamer miteinander arbeiten können. Was in den vergangenen zwanzig Jahren mit viel Engagement und Überzeugung entwickelt wurde – durch die „Consultations“ durch den „International Council“, (Internationalen Rat), den Internationalen Dachverband und den „Panel of Elders“ - hat uns mehr Einheit und Einigkeit gebracht. Aber eine Weiterentwicklung ist nun nötig – hin zu einfacheren Prozessen der Entscheidungsfindung, an denen sich viel mehr Mitglieder des Netzwerkes von Initiativen der Veränderung persönlich beteiligen können. Teil davon wird eine wirksame und vereinigte Führungsstruktur für Initiativen der Veränderung sein, die uns allen dient und uns dabei hilft, die verschiedenen Fäden von Programmen, Aktionen und Initiativen zu einem gemeinsamen, reichhaltigen Muster zu verweben, so dass wir gemeinsam besser und wirkungsvoller an der Erreichung unserer Ziele arbeiten können. Bitte studieren Sie den Vorschlag, der ab dem 1. Februar zirkulieren wird und senden Sie Ihr konstruktiven Bemerkungen, so dass wir uns als globale Familie eine neue Struktur zu eigen machen und ihre Chancen geeint wahrnehmen können.

Im Angesicht der grossen Differenzen in der heutigen Welt – der religiösen und kulturellen Unterschiede, des „Kriegs gegen den Terror”, der Kluft zwischen wirtschaftlicher Macht und schrecklicher Armut – gibt es ein dringendes Bedürfnis nach einer grenzüberschreitenden Idee. Aber keine noch so gute Idee wird die Menschen mit all ihren Unterschieden mobilisieren können, ohne den lebenden Beweis von engagierten Menschen, die zusammen arbeiten und der Idee Substanz verleihen. Vor dieser Herausforderung stehen wir alle: engagiert und sichtbar aktiv zu werden, indem wir „die Veränderung im eigenen Leben umsetzen, die wir in der Welt sehen möchten“, indem wir jeden Tag nach der Weisheit suchen, wie dies mein Grossvater mit unerschütterlichem Glauben tat, nach den Worten der Stimme des Gewissens, nach dem tiefen inneren und göttlichen Antrieb in jedem von uns.

Ich bin dankbar für jeden von Ihnen, der sich von diesem Aufruf angesprochen fühlt, und auch für all die aufrichtigen Bemühungen und Initiativen von Ihnen allen rund um die Welt.

Möge dieses neue Jahr uns allen eine Chance eröffnen und mögen wir diese Chance mit Kreativität und Mut packen.

Mit herzlichen Grüssen,

Rajmohan Gandhi

Präsident, Initiativen der Veränderung – International