Afrika ist in diesen Tagen in jeder deutschen Wohnung präsent: nicht nur Südafrika mit der
Kontinent, seine Menschen, Kulturen, Landschaften, seine Gegensätze und Konflikte, seine
reichen Bodenschätze und seine Armut, seine Tränen und sein Lachen.
aufgeteilt und dabei ganze Völker zerrissen; Dies hat bis heute schwerwiegende Folgen.
Unabhängigkeit gestürzt, ohne zu wissen, was es bedeutete!“ sagt ein heute 70jähriger
Politiker. In seinem Land zum Beispiel, dem Kongo, 77mal größer als die Kolonialmacht
Belgien, gab es 1960 weniger als 30 schwarze Akademiker! Die Freiheit war fällig, aber sie
brachte mit sich gewaltige Herausforderungen, auf die kein Volk vorbereitet war. Auch dies
hat schwere Folgen bis in die heutige Zeit.
Während die Regierungen große Summen für die Feierlichkeiten ausgeben, fragt sich die
Bevölkerung: Was ist da zu feiern? Wen feiern wir genau? Welchen Weg haben wir in den
50 Jahren zurückgelegt? Wo ging’s vorwärts, wo rückwärts? Wohin ging und geht die
finanzielle Hilfe, die unsere Länder für ihre Entwicklung erhalten haben? Auf diese Fragen
geben einige Regierungen sehr eigenartige vertuschende Antworten und wollen am Liebsten
deutliches Kontrastprogramm*: um ehrliche Verarbeitung der Vergangenheit und konsequenten Aufbau der Zukunft geht es
in der Solidarität über die Grenzen hinweg, wie beim Einsatz der Nigerianer Imam
die vor zwei Jahren auf die Wahlen folgten. - Dieser Einsatz ist jetzt dokumentiert im
in den mutigen, geduldigen Schritten zahlreicher Afrikaner, die auf Konferenzen in
persönliche Kehrtwende erlebt haben.
Wie Sie wissen, begleitet unser Verein einige dieser afrikanischen Initiativen und unterstützt
die Teilnahme von Afrikanern an IofC-Konferenzen, z.B. in Caux. Vielen Dank, dass Sie uns
Konsultation 2010
Die diesjährige internationale Konsultation von IofC, die vom 12. - 19. April in Rumänien
stattgefunden hat, befasste sich mit drei Haupt-Anliegen. Diese waren:
- die Reform der Strukturen der weltweiten Arbeit von IofC (s. BBakt vom Februar
2010)
- die Wahl neuer Mitglieder des Internationalen Rats
- die Bestimmung von Caux und die Verantwortung für Caux (Konferenzzentrum)
Da diese Anliegen im Juli auf der Mitgliederversammlung des Internationalen Verbands
weiter besprochen werden, wollen wir erst in der Herbst-Ausgabe von Brücken Bauen
aktuell darüber berichten.
Hier sei nur kurz erwähnt, dass die Teilnehmer vier volle Tage ihre Gedanken über die
Bestimmung von Caux und die Verantwortung für Caux ausgetauscht haben. Eines wurde
immer deutlicher: in anderen Teilen der Welt und ganz besonders in Indien (Asia Plateau/
Panchgani) entwickeln sich das ganze Jahr hindurch intensive eigenständige Programme.
Caux soll in den kommenden Jahren vermehrt eine IofC-Werkstatt für Europa sein, die -
ohne sich dem Rest der Welt zu verschließen - von allen europäischen Ländern in
Anspruch genommen und mitgetragen wird.
Die Grundlagen, die die jungen Erwachsenen aus Osteuropa für ihr Leben durch IofC
gefunden haben, sind sicher nicht weniger gültig für die westeuropäische junge Generation!
Verantwortung für Caux
Seit seiner Gründung wird Caux von treuen deutschen Freunden mitgetragen, praktisch und
finanziell. Der Kreis der Mittragenden könnte aber wesentlich größer werden! Dürfen wir mit
Ihnen rechnen? Wenn Sie keine eigene Mitarbeit anbieten können, ist es Ihnen vielleicht
möglich, den Aufenthalt von anderen mitzufinanzieren.
Dieses Jahr wird eine lettische Studentin aus Heidelberg als „Intern“ in Caux mitarbeiten
und IofC entdecken. Wer möchte ihren Aufenthalt unterstützen?
Die Themen des Caux Forum für Menschliche Sicherheit 2010 lauten: Verletzte
Erinnerungen heilen / rechte Staatsführung / Umgang mit der Umwelt / ganzheitliche
Wirtschaftsführung. Am letzten Tag des Forums wird ein Aufruf zur Aktion breit
veröffentlicht werden, Er ist ganz besonders an die Regierungen und an die gerichtet, die
über das nötige Wissen und die Macht verfügen, um die brennenden Probleme der
heutigen Welt zu lösen, damit sie endlich auch den Willen zur Aktion zeigen.
Zum Caux Forum werden wieder Teilnehmer aus dem Kongo und anderen afrikanischen
Ländern kommen. Die Schweizer Regierung wird die Kosten für einige von ihnen tragen.
Wer übernimmt den Rest der Kosten?
Die Bankverbindung unseres Vereins finden Sie im Impressum.
Spenden sind steuerabzugsfähig. Tragen Sie bitte Ihre komplette Adresse ein, damit wir
Ihnen eine Spendenbescheinigung schicken können. Vielen Dank!
BRÜCKEN BAUEN - aktuell
Redaktion: Nicole Thieke
Versand: N.Thieke, Bundesallee 79a, 12161 Berlin
Telefon: +49 - 30 - 8540 5273, Fax: - 8540 5274
e-Mail: nicole.thieke@de.iofc.org
Internet: www.iofc.org/de
Bankkonto: Initiatives of Change-Deutschland e.V.
Ev. Kreditgenossenschaft Stuttgart, BLZ 52060410
Konto-Nr. 41 99 31
Vom Ausland aus:
IBAN: DE37520604100000419931
BIC: GENODEF1EK1
Caux Sommerkonferenzen 2010 -
Herzlich willkommen
2. Juli – 17. August: Internationale Konferenzen 2010, Caux /Schweiz
Programm und Anmeldung unter www.caux.ch oder bei unserer Adresse (S. 2)
1.- 3.Oktober: 2. Burgtreffen, Hof Largesberg bei Kassel, Zeit für Begegnung, Stille,
Austausch mit alten und neuen Freunden. Familien sind besonders willkommen.
Mehr dazu bei Corinna Schwarz, Tel. 0202 - 45 95 735, <CorinnaScheu@web.de>
26. Dez. – 1. Januar: Winterkonferenz in Caux, gerade auch für Familien geeignet.
Thema:
„Beruf – Familie – Werte: Spannungsfelder und Chancen“
Beruf und Familie heute / Arbeit = Leben? Leben = Arbeit? / Berufswelt und persönliche
Werte / Familie: Bereicherung, Belastung / Lasst uns feiern!
Mehr dazu bei Ulrike Keller, Tel. +41(0)21 - 962 97 03, <ulrikekeller_89@hotmail.com>
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Nachrichten aus Deutschland
1. Ökumenischer Kirchentag 2010 / Evangelischer Kirchentag 2011
Am Kirchentag haben Mitglieder von Initiatives of Change-Deutschland dieses Jahr als einfache Besucher ohne eigenen Stand teilgenommen. Sie haben ihn mit Gewinn erlebt.
Paul und Sylvia Agbih waren dort mit ihren beiden Kindern. Sie erzählen davon weiter unten.
2. Clownerie zur Mitgliederversammlung
29. – 30. Mai: Tagung in Kassel mit Mitgliederversammlung von IofC-D
… haben Sie im Februar gelesen. Eine Formalität, dachten Sie, nicht besonders spannend!
Und jetzt: Clownerie… da war also auch ein Programm für Kinder!
Beides weit gefehlt: Ein Mitglied unseres Vereins, selber Mitarbeiterin der Diakonie in Thüringen, hatte miterlebt, dass bei uns, wie in ihrer Institution, die eigentliche gemeinsame Aufgabe allzu oft durch tückische innere Spannungen untergraben wird. Jemand, der bei
einer ihrer Tagungen wirksam geholfen hatte, könnte es auch für uns tun: ein Clown!
Doch nicht „irgendein“ Clown: Gerrit Junghans ist seit über 20 Jahren vom Beruf Clown und verfügt über tiefe Menschenkenntnis. Wir luden ihn zum Einstieg unseres Treffens ein. Gerrit begegnete uns nicht als Spaßvogel mit buntem Kostüm, sondern als Mensch, der uns
Erfahrungen aus seinem Beruf und Einsichten vermittelte, die unseren Umgang mit uns selber und mit den anderen beleuchten und „justieren“ helfen, zum Beispiel:
- Denken: Denken wir Problem-orientiert oder Lösungs-orientiert?
- Disziplin: Die Disziplin haben, immer in das positive Konto zu zahlen, sonst wird das Leben ein Chaos.
- Konzentration: aufs Ziel gerichtet bleiben.
- Geduld: wenn man auf rasche Erfolge aus ist, lernt man die Kunst nie.
- Begeisterung: Begeisterung ist die Grundlage allen Fortschritts. Mit ihr gelingen Leistungen, ohne sie höchstens Ausreden. (Henry Ford)
- Suche nach Lösungen: sich nicht auf nur eine Lösung fixieren, nicht von vorne herein verrückte Gedanken verbieten.
- Loslassen: wir müssen loslassen lernen, es ist die große Lektion des Lebens.
- Humor: Humor ist im Grunde genommen Freundlichkeit. Humor muss heilend wirken.
Kostbare Einsichten, die uns in die Stille und den Austausch am Abend begleiteten und die formelle Mitgliederversammlung prägten.
3. Eindrücke vom 2. Ökumenischen Kirchentag in München
und Ausblick auf den Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden
Seit vielen Jahren war ich im Mai endlich mal wieder auf einem Kirchentag, zum ersten Mal mit Familie. Die persönliche Programmgestaltung läuft natürlich mit Kindern ganz anders, aber sie war für alle bereichernd möglich, denn das Angebot war überwältigend
vielfältig und sehr familienfreundlich. Für unsere Kinder, Mathis 10 Jahre und Luisa 8 Jahre alt, war es ein riesiges Erlebnis, und für uns auch!
So viele Menschen, alle unterwegs, um sich auf unterschiedliche Weise mit Fragen nach Gott, Glaube, Religion, Kirche und Gesellschaft auseinander zu setzen, eine ganze Stadt völlig verwandelt, überall Gespräche, Begegnungen, Spiel und Musik. Lebendige
Gemeinschaft, Kirche vielfältig und lebendig. Gottesdienste, die in Gebärdensprache übersetzt werden, Musikkonzerte auch von Menschen mit Behinderungen, Andachten und Gebete, Dialog mit anderen Religionen, Vorträge und Diskussionen mit Menschen aus
Afrika, Asien und anderen Erdteilen, mit politischen und kirchlichen Entscheidungsträgern, alles hat seinen Platz.
Das Thema Ökumene mag in mancher Hinsicht zu lau geblieben sein, auch die Schwerfälligkeit von Institutionen wurde deutlich. Aber in mir wurde wieder ganz wach, was mich bei meinem ersten Kirchentag begeistert hat: Das Glück zu erleben, wie Menschen gemeinsam fragen und feiern, singen und diskutieren, alle eingeladen sind und Platz haben, wir nicht alle einer Meinung sein müssen, aber offen und engagiert nach Wegen suchen, in dieser Welt froher, friedfertiger und gerechter zu leben, persönliches Glaubensleben mit anderen teilen und mit politischem Nachdenken und Verantwortlichkeit verbinden – das möchte ich gerne wieder erleben, und deswegen freue ich mich auf Dresden im nächsten Jahr! Zu den Themen „Ökumene“ sowie zur „Verbindung von Glaube und Politik“ haben diejenigen, die in der ehemaligen DDR gelebt haben, aus einem reichen Erfahrungsschatz
vieles zu sagen.
Der Kirchentag ist gar nicht nur für kirchennahe oder religiöse Menschen interessant – Veranstaltungen wie Gottesdiensten und Andachten kann man aus dem Weg gehen (man kann aber auch unverbindlich hineinschnuppern). Hier findet Auseinandersetzung mit
gesamtgesellschaftlich essentiell wichtigen Themen statt, von der Basis bis hin zu Führungspersönlichkeiten und Entscheidungsträgern können sich alle begegnen und beteiligen: gelebte Demokratie!
Für die IofC, die nach meinem Verständnis ganz ähnliche Hoffnungen und Ziele hat, ist der Kirchentag nicht nur ein Forum, um sich vorzustellen und anderen Anregungen zu geben; sie kann auch wertvolle Anregungen von anderen erhalten. Der Kirchentag bietet
dafür viele Möglichkeiten: im Lichte der Beispiele und Fragen anderer die eigene Arbeit und Struktur zu reflektieren, sich gegenseitig zu bereichern im Erfahrungsaustausch, Stärkung und Ermutigung zu erfahren in Verbindung und Vernetzung mit anderen. Wer danach Sehnsucht verspürt, die Gelegenheit ergreifen möchte oder zunächst noch Fragen hat, kann sich bei uns melden, denn wir möchten einen Stand der IofC auf dem Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden organisieren.
Je mehr Mitarbeitende wir sind, desto besser können wir uns abwechseln und auch selber an Veranstaltungen teilnehmen. Wir freuen uns auf das gemeinsame Nachdenken, Organisieren
und Erleben.
Paul und Sylvia Agbih, am 22. Juni 2010