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Vize-Präsident Dr. Riek Machar Teny und seine Frau Angelina Teny (Rt)mit der AfL-Gruppe (Foto: Dmitriy  Pritulenko)Vize-Präsident Dr. Riek Machar Teny und seine Frau Angelina Teny (Rt)mit der AfL-Gruppe (Foto: Dmitriy Pritulenko)Im Januar sprach sich die Bevölkerung des Südsudan mit einer Mehrheit von beinahe 99% für die Unabhängigkeit ihrer Region aus, die sich somit vom Sudan abspalten wird um im kommenden Juli ein neuer, von der internationalen Gemeinschaft anerkannter Staat zu werden.

 

Der Vize-Präsident des werdenden Staates, Riek Machar Teny, bat Initiativen der Veränderung darum, dem Südsudan dabei zu helfen, „das Trauma von Afrikas längstem Bürgerkrieg mit 2,5 Millionen Toten, der jede Familie betraf, zu heilen.“

Dr. Riek Machar Teny und Angelina TenyDr. Riek Machar Teny und Angelina Teny

"Viele von uns waren Kämpfer, Menschen, die Gewalt anwandten, um die Lage zu ändern", erklärte Machar, als er im März in Juba, der Hauptstadt des Südsudan, eine Delegation von Initiativen der Veränderung empfing. Als er mit seiner Frau vor zwei Jahren in Caux am Caux Forum für Menschliche Sicherheit teilgenommen habe, fügte er hinzu, hätten sie eine andere Art kennen gelernt, Veränderungen herbei zu führen, und dies ohne Gewalt: „Dieselbe Kraft, die es dem Volk in Tunesien und Ägypten ermöglichte, die Situation ohne Gewalt zu ändern. Wir sind heute mit den Folgen des Kriegs konfrontiert. Die Illusion, Dinge mit Gewalt ändern zu können, liegt noch nicht vollständig hinter uns. Wenn wir diesen Weg weiter verfolgen, werden wir eines Tages einen gescheiterten Staat haben. Wir sind ein traumatisiertes Land. Aber wir wollen die Gesellschaft verändern. Kann uns Initiativen der Veränderung dabei helfen? Unser Land ist ein günstiger Nährboden für die Grundideen dieser Bewegung.“

Machar machte diese Bemerkungen bei einem Essens, das er in seiner Residenz anlässlich des zehntägigen Besuchs einer Gruppe von „Actionfor Life“, einem Jugendprogramm von Initiativen der Veränderung, gab. Unter den Gästen waren zwei Minister der neuen Regierung sowie drei hochrangige Militärs, unter anderem der General Joseph Lagu, der 1963 die erste separatistische Armee gegründet hatte und der später Vize-Präsident des Sudan und UNO-Botschafter des Landes wurde. Am Ende des Abends sprach Lagu leidenschaftlich von den „vier Pfeilern“ von Initiativen der Veränderung – Ehrlichkeit, Reinheit, Selbstlosigkeit und Liebe. Er fügte hinzu, dass er „keinerlei Groll“ gegen den grossen Nachbarn hege. Die Regierung in Khartoum habe schliesslich das Resultat der Abstimmung über die Unabhängigkeit ohne Zögern akzeptiert.

Sich für die Zukunft engagieren

Den Besuch der Delegation im Südsudan hatte Tongo James ermöglicht, ein Mitglied von „Action for Life“. Tongo ist einer von sieben Sudanesen, die ein Trainingsprogramm in „Asia Plateau“, dem indischen Konferenzzentrum von Initiativen der Veränderung, absolvierten. Anlässlich des Empfangs bei Machar sprach er von seiner Entschlossenheit, die Arbeit von Initiativen der Veränderung im Südsudan bekannt zu machen. Zusammen mit weiteren jungen Sudanesen, insbesondere mit solchen aus der sogenannten „verlorenen Generation“, die das Land während des Kriegs verlassen musste, nahm er in Juba an einer Jugendversammlung teil, die sich dazu verpflichtete, sich dafür einzusetzen, Gewalt während der Abstimmung im Januar zu verhindern.