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Horacio und Maria Benitez in Pangbourne (Foto: Don Somner)Horacio und Maria Benitez in Pangbourne (Foto: Don Somner)Der argentinische Kriegsveteran Horacio Benitez und seine Frau Maria wurden am 14. März in der Falklandkrieg-Gedächtniskapelle am Pangbourne College in Berkshire willkommen geheissen.  Sie wurden von  Kaplan Reverend Brian Cunningham und Schulleiter Thomas Garnier, dessen Vater damals für die Organisation der Flotte der 105 britischen Schiffe, die in den Südatlantik gefahren waren, um die Falklandinseln von der argentinischen Okkupation "zu befreien", verantwortlich war, herzlich willkommen geheissen. 

Benitez war damals während des Krieges 1982 als 19-jähriger Sergeant eingezogen worden und wurde als tot auf dem Schlachtfeld von Wireless Ridge in der Nähe der Hauptstadt Port Stanley zurückgelassen, nachdem er eine Kugel in den Kopf erhalten hatte. Ein britischer Armeearzt rettete sein Leben.

Horacio und Maria Benitez mit dem Schulleiter von Pangbourne College, Thomas Garnier (Foto: Michael Smith)Horacio und Maria Benitez mit dem Schulleiter von Pangbourne College, Thomas Garnier (Foto: Michael Smith)Nach seinem Besuch im Schweizer IofC-Zentrum Caux in den Jahren nach dem Krieg, bemühte sich Benitez um Versöhnung mit der britischen Armee. Das britische Verteidigungsministerium lehnt jede Unterstützung ab, aber Lieutenant Colonel Chris Keeble, der nach dem Tod Colonel "H" Jones das Kommando des Zweiten Fallschirmbataillon in der Schlacht von Goose Green übernommen hatte,  stimmte einem Treffen mit ihm zu. Über hre tiefe Versöhnung und daraus folgende Freundschaft wurde in der britischen Presse berichtet.  (englischsprachiger Bericht in der Zeitschrift "For a Change")

Keeble und Benitez sprachen auf Einladung des dortigen Kaplans am 11.März vor Studenten am Canford College in Dorset, bevor Benitez und seine Frau ans Pangbourne College in Berkshire weiterreisten. Sie wurden von Jim und Jo Purvis, ehemaligen Mitgliedern von Fleet Air Arm, die Benitez am Anfang in Buenos Aires getroffen hatten und das erste Annäherungsgespräch zwischen Benitez und Keeble organisiert hatten.

Der Besuch ans Pangbourne College wurde von Michael Smith, Kommunikationschef von IofC Grossbritannien, organisiert, der in den 60er Jahren dort Reservekadett der Königlichen Flotte gewesen war. Damals hiess die Einrichtung noch Nautical College/Pangbourne und mehrere von Smiths Mitstudenten kämpften im Falklandkrieg. Inzwischen ist das College ein gemischtes Internat, seine Verbindungen zur Seefahrt aufrecht erhält.

Horacio und Maria Benitez mit Reverend Brian Cunningham, Jo und Jim Purvis, und Michael Smith in Pangbourne (Foto: Don Somner)Horacio und Maria Benitez mit Reverend Brian Cunningham, Jo und Jim Purvis, und Michael Smith in Pangbourne (Foto: Don Somner)Die Gedächtniskapelle wurde im Gedenken an die 252 Soldaten und drei Falklandbewohner erbaut, die während des Krieges ums Leben kamen. Sie wurde im März 2000 von der Königin eröffnet. Man geht davon aus, dass Benitez erst der zweite argentinische Kriegsveteran ist, der in der Gedächtniskapelle willkommen geheissen wurde. 

Der Falklandkrieg war ein Wendepunkt in der politischen Karriere von Premierministerin Margaret Thatcher, die im Anschluss für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt wurde. Er führte ebenfalls zum Sturz des argentinischen Militärdiktators General Galtieri, der die Invasion der britischen Kolonie angeordnet hatte. Argentinien hegt seit langem historisch bedingte Souveranitätsansprüche an die Inseln.

Nächstes Jahr findet der 30-jährige Jahrestag des Falklandkriegs statt. Keeble hofft, dass er und Benitez eines Tages in der Lage sein werden, die Inseln gemeinsam zu besuchen.

IofC in Kürze

Initiativen der Veränderung (Initiatives of Change/ IofC) ist eine internationale Bewegung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, die sich für eine Veränderung der Gesellschaft einsetzen. Diese Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen und basiert auf der Veränderung von Beweggründen und persönlichen Verhaltensweisen.

Wir setzen uns dafür ein, Menschen zu inspirieren, auszurüsten und miteinander in Kontakt zu bringen, um die Bedürfnisse dieser Welt in den Bereichen Vertrauensbildung, einer ethischen Führungskultur und einem zukunftsfähigen Lebensstil anzugehen. Dabei fängt Veränderung bei jedem Einzelnen an.