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Bericht von Sevérine Chavanne und Peter Riddell

(von links nach rechts) Parlamentsabgeordneter Andrew Stunell, Minister für Staatszusammenhalt, Imam Ajmal Masroor, Parlamentsabgeordneter Tom Brake, Vanessa Lucas, Idil Ahmed, Salim Kassam und Farah Mirza (Foto: Howard Grace)(von links nach rechts) Parlamentsabgeordneter Andrew Stunell, Minister für Staatszusammenhalt, Imam Ajmal Masroor, Parlamentsabgeordneter Tom Brake, Vanessa Lucas, Idil Ahmed, Salim Kassam und Farah Mirza (Foto: Howard Grace)"Junge britische Muslime" leistete mit der Eröffnung des Programms "Lernen ein Friedensstifter zu sein", das am Dienstag, den 22. März am britischen Parlament  vorgestellt wurde, einen Beitrag bei der Veranstaltung zur Besprechung der Richtlinie zur Vorbeugung von gewaltsamem Extremismus. Unter den Zuhörern befanden sich auch Mitglieder des Ober- und Unterhauses des britischen Parlaments.

In seinem Eröffnungskommentar unterstrich der Moderator des Abends, der Parlamentsabgeordnete und Sprecher der Liberalen Demokraten für Innenpolitik, Gerechtigkeit und Gleichheit Tom Brake die Bedeutung des Aufbaus stärkerer Beziehungen zwischen verschiedenen Gemeinschaften. Er lobte Initiatives of Change für ihre Unterstützung des Programmes und sagte: "Wir sollten aus unsern gemeinsamen moralischen und geistlichen Werten Kapital schlagen und jede Gelegenheit wahrnehmen, um Menschen erneut bewusst zu machen."

Bei der Einführung in die Präsentation sagte der Imam Ajmal Masroor, der das Programm entwickelt hat und sich dafür einsetzt: "Der Prophet Mohammed (Friede seiner Seele) gab Muslimen die Anweisung, Frieden zu fördern. Die Idee, Frieden zu stiften, sollte Teil des Denkens aller jungen Muslime werden. Das Ziel dieses Programmes ist es, einen Beitrag zu einer Gesellschaft zu leisten, wo Menschen gemeinsam daran arbeiten, eine sichere und angenehme Gesellschaft für alle zu schaffen."

Das Programm schafft für jungen europäischen Muslime einen Rahmen, um unter sich darüber zu diskutieren, was es bedeutet, heutzutage in Europa Muslim zu sein, ihnen zu helfen, sich in ihrer Identität sicherer zu fühlen und sie auszurüsten, um Bürger zu werden, die sich voll in die zivile Gesellschaft einbringen. 

Über 300 Teilnehmer aus Europa wurden bislang zum Friedensstifter ausgebildet, unter anderem 40 aus Grossbritannien. In zwei britischen Gefängnissen wurden erfolgreich Pilotprojekte durchgeführt, in drei Londoner Stadtvierteln, in Schweden und 2009 in der Schweiz in Zusammenarbeit mit Initiatives of Change im dortigen Konferenzzentrum in Caux , wo 65 Studenten und junge Berufstätige teilnahmen. (Download Bericht in PDF-Format )

(Foto: Dominic Weakley)(Foto: Dominic Weakley)Vier Absolventen stimmten überein, dass das Programm eine lebensverändernde Erfahrung für sie war.

Farah Mirza (rechts auf dem Foto), Absolventin eines Studienganges in Internationalen Beziehungenm sagte, sie sei nach dem Programm gemeinschaftsorientierter geworden. Im Anschluss habe sie sich als ehrenamtliche Helferin bei der Gatwicker Gruppe für Häftlingswohlfahrt ausbilden lassen.

Die wichtigste Lektion war für Salim Kassam (Foto: 2. von rechts), Student der "klassischen Studien" (Philosophie, Geschichte, Kunst und Sprachen), dass "man keinen Frieden stiften kann, wenn man mit sich selbst nicht in Frieden lebt."

Idil Ahmed (Foto: 2. von links), der ein Studium in der Forschung abgeschlossen hat, erkanntem dass das, was wir als Individuum tun, Auswirkungen hat und begann, auf ehrenamtlicher Basis jungen Menschen bei ihren Prüfungsvorbereitungen zu helfen.

Vanessa Lucas (Foto: ganz links), Studentin Philosophie und Französisch und eine der wenigen nicht-muslimischen Teilnehmer der Programmes, hatte das Gefühl, dass gemeinsame Werte wie Staatsangehörigkeit, Respekt und Liebe, Muslime und Menschen anderer Glaubensrichtungen vereinen könnten. Sie hatte die Trennung zwischen Muslimen und Nichtmuslimen an ihrer Universität wahrgenommen und schlussfolgerte, ein Weg, um gegen die Isolierung der muslimischen Gemeinschaft anzukämpfen, sei es, genau dies in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen.

Andrew Stunell, parlamentarischer Staatssekretär für den Zusammenhalt von Gemeinschaften und Lord Nazir Ahmed nahmen darauf Bezug. Stunell, der für die Bewertung der Richtlinie zur Vermeidung von gewaltsamen Extremismus verantwortlich ist, lobte die Initiative als "sehr wertvoll beim Aufbau von Einheit innerhalb der moslemischen Gemeinschaft." Obwohl die Entwicklung der neuen Politik noch in den Kinderschuhen stecke, sei er der Meinung, dass es bei Integration nicht nur um die muslimischen Gemeinschaft allein ginge. Es müsse bei dem Ansatz nicht nur darum gehen, Probleme anzugreifen, sondern auch Gelegenheiten zu schaffen für alle Bereiche der Gesellschaft. "Wir müssen ein starkes soziales Gerüst schaffen, in der jeder als vollwertiger Bürger einen Beitrag leisten kann."

Teilnehmer der Veranstaltung (Foto: Howard Grace)Teilnehmer der Veranstaltung (Foto: Howard Grace)Der Parlamentsabgeordnete Tom Brake sagte als Schlussfolgerung: "Ich bin beeindruckt von dem Potential dieses Programmes. Die Herausforderung liegt darin, seine Einfluss in den Köpfen der Teilnehmer am Leben zu halten."