Tante Carolyn Briggs, Boonwurrung-Älteste, bei der "Willkommen im Land"-Zeremonie (Foto: Francis Deng)Bericht von Bek Brown, herausgegeben von Mike Lowe
Über 136 Teilnehmer aus über 17 Ländern, angefangen bei den Solomon-Inseln bis nach Südkorea, kamen auf Philipp Island in der Nähe von Melbourne/Australien zur 17. Asien-Pazifik-Jugendkonferenz (APYC) zusammen, die vom 18.-24. Juli 2011 von Initiatives of Change organisiert wurde.
Das Thema der Konferenz war "Aktion für globale Veränderung durch persönliche Verwandlung", veranschaulicht durch viele Beispiele, die zeigen, dass 'grosse Dinge von sehr kleinen, persönlichen Veränderungen abhängen' oder um es einfach auszudrücken: Wenn Menschen sich verändern, verändern sich die Umstände.
Für die erste APYC auf australischem Boden schien es angebracht, mit einer traditionellen "Rauchzeremonie" und einem "Willkommen im Land", das von Tante Carolyn Briggs, einer Aboriginal Boonwurrung, angeführt wurde, zu beginnen. ('Tante' und 'Onkel' sind Titel, die älteren Anführern der Aborigines verliehen werden und Respekt ausdrücken.) Tante Briggs sprach über die Notwendigkeit, sich nicht auf die Unterschiede zwischen Menschen zu konzentrieren, sondern darauf, was sie gemeinsam haben und drängte die Zuhörer, von den Völkern zu lernen, die vorangegangen seien und unsere Stärken und unseren Glauben zu feiern. "Ihr, unsere Jungen", seid die Zukunft...Ihr werden Veränderung bewirken.", sagte sie.
Neun junge Aboriginals nahmen teil, unter ihnen drei Teilnehmer aus Tennant Creek, einer kleinen Gemeinde im Northern Territory. Ein kultureller Abend über Aspekte ihrer Kultur - traditionelle Tänze, Musik und Sprache - war für die anderen australischen und internationale Konferenzteilnehmer ein Höhepunkt, die dadurch von den Ureinwohnern etwas über das Land erfuhren.
Die Teilnehmer waren bunt gemischt.Das Bedürfnis, sich selbst zu kennen - die eigenen Stärken und Schwächen - war ein Thema, das sich durch die gesamte Konferenz zog. Hauptrednerin Monique Toohey betonte dies und sagte: "Wenn man seine Stärken kennt, wird man wiederstandsfähiger. Man kann die Möglichkeiten um sich herum sehen und sie ergreifen. Wenn man seine Stärken an den Bedürfnissen um einen herum ausrichtet, wird man sein eigenes Wohlergehen verstärken." Sie fügte hinzu: "Beiträge leisten kommt lange vor dem Anführen. Die Realität sieht so auss, dass nicht alle von uns Anführer werden, aber wir können alle Beiträge leisten und wir sollten niemals unseren Anteil an der Welt unterschätzen."
Die Konferenzleiter NIgel Heywood und Syahrul Azmi führten in die Praxis einer täglichen "Zeit der Stille" ein als einen Raum der Stärkung und als ein Werkzeug der Freiheit. Ausserdem wurden die Kernwerte der absoluten Ehrlichkeit, Reinheit, Selbstlosigkeit und Liebe als Rahmen und Hilfe angeboten, unser Leben besser zu verstehen. Für viele der Teilnehmer war dies die erste Erfahrung einer "Stillen Zeit". Dennoch nahmen sich viele am Ende der Woche vor, sie jeden Tag durchzuführen. Eine jungen Australierin sagte, wie dankbar sie für die Chance sei, in ihr Innerstes zu sehen und ihren "einzigartigen Zweck auf dieser Erde" zu erforschen.
In zwei Versammlungen mit dem Titel "Experimente in praktischer Veränderung" wurden sechs Personen als Beispiele dessen vorgesellt, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, der Veränderung bewirkt. (siehe PDF-Dokument in englischer Sprache)
Die indonesische Delegation mit anderen APYC-Teilnehmern. (Foto von Francis Deng)Viele inspirierende Geschichten wurden erzählt von Menschen, die bereits erste Schritte unternommen haben, um an einer besseren Welt mitzuarbeiten: Jugendliche aus der Mekong-Gegend, die ein kambodschanisch-thailändisches Austauschprogramm (CTEP) auf die Beine gestellt haben, um die Barrieren und Vorurteile zwischen ihren beiden Nationen und anderen benachbarten Ländern niederzureissen; Südsudanesen, die durch den jahrzehntelangen Krieg durch die Hölle gegangen waren und jetzt klar sagen:"Solange ich noch am Leben bin, will ich was immer ich nur kann, tun, um zu verhindern, dass jemand anderes das durchleben muss, das ich erlebt habe."; die sechs enthusiastischen Indonesier, die vor Ideen und Leidenschaft nur so übersprudelten, um in ihrem Land und in Gemeinden etwas zu veränder. Und das waren noch längst nicht alle...
Und dann waren da noch die, deren Herzen sich im Laufe der Woche veränderten. Ein junger Mann aus Thailand, dessen Hass auf das pakistanische Volk durch ein Treffen mit einem Pakistani herausgefordert wurde, mit dem er während der Konferenz Teil der selben "Familien"-Gruppe war - und der sich daraufhin selbst dazu verpflichtete, verständnisvoller und vergebender zu sein. Eine junge Eingeborenenfrau, die sagte: "Ich habe das Gefühl, dass ich hier sein sollte. Ich habe erkannt, in welche Richtung ich in meinem Leben gehen möchte." Eine muslimische Indonesierin, deren Vorurteile gegenüber Juden erschüttert wurden, nachdem sie eine Jüdin aus Melbourne kennenlernte und die mit der Entschlossenheit nach Hause zurück kehrte, davon weiter zu erzählen, von ihren Erfahrungen zu berichten, in der Hoffnung, solche Vorurteile in anderen zu durchbrechen.
Ein junger Burunder, der in Melbourne lebt, berichtete: "Ich habe meine Familie verloren, als ich klein war. Ich bin halb Hubu und halb Tutsi - dies ist das erste Mal, dass ich Menschen erzählt habe, wer ich bin wegen der Probleme in Burundi/Ruanda. Ich war nie Teil der Gemeinde in Melbourne, weil sie mich fragen, wer ich bin - Hutu oder Tutsi? Ich habe beschlossen, ihnen zu sagen, dass ich beides bin, mich ihnen anzuschliessen und das beizutragenm was ich kann."
In der Abschlussveranstaltung wurden noch viel mehr Entscheidungen wie diese vorgetragen. Viele waren so tapfer, in einem vollgepackten Raum nach vorne zu gehen und mit Überzeugung von ihrem Engagement zu berichten, Veränderung zu bewirken und in ihrem eigenen Leben damit zu beginnen. Einige dieser Veränderungen sind dabei, durch die Unterstützung eines Teams von begeisterten APYC-"Abgängern" in Melbourne in konkrete Projekte umgewandelt zu werden
Die Organisatoren von APYC waren dankbar für eine Anzahl grosszügiger Spenden von vielen Einzelpersonen und Organisationen zur Abdeckung der Konferenzkosten. Unter anderem wurde Geld von offiziellen Stellen auf nationaler, Länder- und Gemeindeebene gespendet. Insgesamt kamen Spenden in Höhe von 60 000$ zusammen.
Sehen Sie hier das Video, das während der APYC vom Video-Workshop zusammengestellt wurde...
Initiativen der Veränderung (Initiatives of Change/ IofC) ist eine internationale Bewegung von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, die sich für eine Veränderung der Gesellschaft einsetzen. Diese Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen und basiert auf der Veränderung von Beweggründen und persönlichen Verhaltensweisen.

Wir setzen uns dafür ein, Menschen zu inspirieren, auszurüsten und miteinander in Kontakt zu bringen, um die Bedürfnisse dieser Welt in den Bereichen Vertrauensbildung, einer ethischen Führungskultur und einem zukunftsfähigen Lebensstil anzugehen. Dabei fängt Veränderung bei jedem Einzelnen an.
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Omnia Marzouk, Präsidentin, IofC International
"Nichts kann auf Dauer geschaffen werden ohne das Verlangen von Menschen, ihr Leben zu verändern und die Veränderung, die sie sich für die Gesellschaft erhoffen, als Beispiel vorzuleben."