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Burgtreffen 2011 IofC Deutschland

BURGTREFFEN 2011

„Identität in einer globalen Welt“ - September 2011

Teilnehmer Burgtreffen 2010

Das Wochenendtreffen unter dem Thema „Identität in einer globalen Welt“, das im September von IofC Deutschland organisiert wurde,  war eine Bereicherung für alle, die daran teilnahmen. Es gab viel Raum für Gespräche - nicht nur in der Gruppe, sondern auch bei Gesprächen am Tisch und bei einem ausführlichen und geplanten allgemeinen Spaziergang in der Umgebung.

Zuallererst mussten wir uns mit unserer eigenen Identität auseinandersetzen: „Wer bin ich? Wer bist du?“ Wer du bist, ist die Geschichte, die du von dir erzählst - auch das, was du entscheidest, was du von dir erzählst. D.h. was einem wichtig erscheint und man möchte, dass die anderen von einem hören, formt die Identität. Man entscheidet sich für dieses oder jenes Bild aus seiner Geschichte und jedes der beiden könnte eine ganz andere Geschichte sein und so auch ein ganz anderes Bild von der eigenen Person darstellen.

Unsere persönliche Geschichte wird aus der Vergangenheit gebildet - beeinflusst durch unsere Familie, die Werte, die uns dort und auch an anderen Stellen weitergegeben werden, unsere Gruppe, zu der wir gehört, unser Land etc. So kamen wir auch zu der Feststellung, dass Werte wie Symbole, z.B die Fahne, in der deutschen Geschichte missbraucht wurden.

Aus diesen Überlegungen wurden folgende Fragen relevant.

  • Nationalstolz: ein Tabu-Wort oder Teil unserer Identität ? Und in den anderen Ländern, wie sieht es dort aus?
  • Ist Stolz oder Liebe für das eigene Land wichtig? Das Wort „Stolz“ brachte eine gewisse Dynamik in die Gesprächsrunde. Denn ist Stolz nicht trennend und abweisend, weil man sich über den anderen stellt? Man möchte lieber Verbundenheit, Geborgenheit, Heimat leben und dort seine Identität finden und nicht stolz sein auf sein Land und somit den anderen, der nicht die gleiche Nationalität besitzt, dadurch ausgliedern. Stolz in dem Sinn ist man ja nur auf die Errungenschaften anderer. Natürlich kann man stolz sein auf seine Kinder etc.

Und wie sieht es denn mit dem Zugehörigkeitsgefühl aus, fragten gerade die Jüngeren unter den Teilnehmern? Reicht es aus, Weltbürger zu sein oder ist man auch ein Bürger des Landes und somit Deutscher? In den Gesprächen wurde uns bewusst, dass es immer noch schwierig ist zu sagen, dass man Deutsche/r ist. Jedoch Jüngere suchen ihre Zugehörigkeit und möchten es auch zum Ausdruck bringen können. Wenn man sich nicht mit seinem Land identifizieren kann, führt dies dazu, dass man die eigene Geschichte, auch die Kulturgeschichte, negiert. Damit reißt das, was eine Gesellschaft im Grunde zusammenhält - die gemeinsame Kulturgeschichte. Denn Identifizierung ist auch eine kulturelle Verankerung.

Damit kamen wir auf eine weitere sehr wichtige Frage: „Schutz vor fremden Einflüssen. Ist dies ein positiver Mechanismus oder eine negative Eigenschaft des Menschen? Stellt Andersartigkeit die eigene Identität in Frage?“ Die Grundlage der Verschlossenheit gegenüber Fremden kommt aus einer Angst vor dem Unbekannten. Die Fähigkeit für eine Offenheit gegenüber dem Fremden, der Andersartigkeit entsteht oder ist vorhanden, wenn die eigene Identität klar und stabil ist und eine Festigkeit besitzt.

Und welche Schwerpunkte setzen wir bei der Weitergabe des Wissens über deutsche Geschichte und Kultur, damit das, was Deutschland im Kern ausmacht, auch für Kinder aus Migrantenfamilien begreifbar wird? Was wollen und müssen wir unseren Kindern und Kindeskindern weitergeben? So blieben am Ende des Wochenendes diese offenen Fragen noch übrig, die uns zum Weitermachen und „Sich-Wieder-Treffen anregen werden. Darum möchten wir Sie ganz herzlich jetzt schon zu unserem nächsten Treffen einladen.