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Und ausserdem in Caux: Das Caux Scholars-Programm

Dienstag, 12. August 2014

Was ist denn das Caux Scholars-Programm?” ist die erste Frage, die einem durch den Sinn geht, wenn sich die 19 Caux-Scholars den anderen Praktikanten im ehemaligen Caux-Palace vorstellen. Die Caux Scholars leben einen Monat lang im Konferenzzentrum von Caux. Sie absolvieren dort 40 Unterrichtsstunden pro Woche, die sich auf Themen wie Übergangsjustiz und den Aufbau von Frieden konzentrieren. Das Programm befasst sich mit dem Verständnis und der Übernahme einer Justizform, die den Bedürfnissen der Menschen entspricht. Ausserdem bietet es eine zeitgemässe Umsetzung von Gerechtigkeit in aktuellen Situationen und Nachkriegsszenarien. Aber dies ist nicht alles

In einem Klassenzimmer zu sitzen ist nur ein kleiner Teil des Programms. Ausser der akademischen Arbeit muss sich jeder Caux Scholar sieben Stunden in der Woche dem Dienst der Konferenzgemeinschaft widmen, sei es beim Schneiden von Gemüse, dem Abwasch oder beim Servieren von Kaffee. Teil des Programmes ist auch ein Ausflug nach Genf in den Sitz der Vereinten Nationen und zu verschiedenen Nichtregierungsorganisationen, die Besichtigung einer Schokoladenfabrik und ein Aufstieg auf die Rochers de Naye.

Jedes Jahr nehmen die Caux Scholars an einer der Konferenzen in Caux teil. Dieses Jahr waren sie Teilnehmer, Moderatoren und Mitarbeiter beim 1. Internationalen Forum für Friedensschaffende. Dies gibt ihnen die Gelegenheit, die Konferenz hinter den Kulissen zu erleben und das Wissen, das sie sich angeeignet haben, umzusetzen. DieErfahrung des Caux Scholars-Programm beginnt schon Monate vor ihrer Ankunft in Caux und bleibt ihnen ihr ganze Leben lang erhalten.Das Caux Scholars-Programm ist ein Programm von Initiativen der Veränderung in den Vereinigten Staaten. Finanziell wird das Programm hauptsächlich durch einzelne Mitglieder von IofC, denen die Zukunft und das grosse Potential dahinter wichtig sind. 130 000$ sind notwendig, um das Programm jedes Jahr am Laufen zu halten. Auch das Jahr über werden von Jitka Hromek-Vaitla, Programmleiterin des Caux Scholars-Programm Events zur Aufbringung von Spendengeldern zu Gunsten des Programms organisiert.

Wer waren die Kursteilnehmer des Programms 2014? Eine Jury, der sechs ehemalige Absolventen angehören, hat sich seit Februar mit der Auswahl der Kandidaten auseinandergesetzt. Damit vielfältige und multikulturelle Rahmenbedingungen für Studium und Dialog gewährleistet werden, orientiert sich der Auswahlprozess an Alter, Geschlecht, Erfahrung, dem akademischen Hintergrund, Sprachkenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen nder Bewerber. Nachdem zahlreiche Bewerbungen eingegangen waren, wurde die Entscheidung gefällt: 19 Caux Scholars aus mehr als 14 verschiedenen Ländern und aus vier verschiedenen Kontinenten würden am 20. Juli 2014 in Montreux ankommen und mit der kleinen Zahnradbahn nach Caux fahren.Im Laufe der letzten Woche kehrten 15 Absolventen zu einem Caux Scholars-Treffen und dem 1. Internationalen Forum für Friedensschaffende nach Caux zurück. Dieses Treffen wird alle fünf Jahre durchgeführt und gibt Gelegenheit, sich über die Auswirkungen des Programms und Cauxs auszutauschen.

Welche Auswirkungen?", mag man fragen. Zwei ehemalige Caux Scholars beschlossen beispielsweise, in Afrika eine Nichtregierungsorganisation zu gründen, eine anderer Absolvent aus Ägypten gründete in seinem Land ein Netzwerk für Frieden und Gewaltlosigkeit. Solche Berichte kann man bei einem Caux Scholars-Treffen hören.

Wie geht es weiter? Am Freitag, den 15. August 2014 findet hier in Caux die Abschluss- und Abschiedsfeier statt.  Aber die Programmleiterin, der Programmkoordinator und die Absolventen sind noch nicht am Ende angelangt.

Warum? Weil 2015 die Gründung eines Scholars-Programms in Indien/Panchgani geplant ist, um mehr jungen Menschen die Chance zu geben, solch ein lebensveränderndes Abenteuer zu erleben.