Quellen der Inspiration: Initiative ergreifen kann jeder...

Quellen der Inspiration: Initiative ergreifen kann jeder...

Donnerstag, 3. Mai 2012

 

Am 21. April 2012 sprach Fiona Daukes bei einer öffentlichen Veranstaltung im IofC-Zentrum in London.

Fiona Daukes on YouTubeObwohl ich das Gefühl habe, nicht wirklich eine Initiatorin zu sein, da ich viel lieber anderen folge und ihre Initiativen unterstütze, habe ich aber auch das Gefühl, es braucht sowohl Cellos als auch Dirigenten und um Visionen umzusetzen bedarf es Inspiration. Woher kommt eine solche Inspiration?

Ich werde über einige meiner Inspirationsquellen sprechen. Dann schlage ich vor, dass wir eine Zeit der Stille einlegen und über das nachdenken, was ich gesagt habe und in der Sie sich über Ihre eigenen Quellen der Inspiration Gedanken machen können, die Sie vielleicht dazu führen werden, Initiative zu ergreifen.

Natürlich ist mein Vater hier besonders wichtig,wie einige von Ihnen wissen (Wenn nicht, können Sie sich über seine Geschichte auf YouTube informieren.). Er gab mit 42 Jahren freiwillig sein Leben, um mit ertrinkenden Männern zu beten und sie zu trösten, als sie auf einem Truppenschiff torpediert wurden. Dieses Ereignis hatte einen tiefen Einfluss auf mich und hat mich dazu inspiriert, vollzeitlich mit IofC zu arbeiten, als ich 17 Jahre alt war.

Obwohl meine Mutter ihren Verlobten im Ersten Weltkrieg und ihren Mann im Zweiten Weltkrieg verloren hatte, war sie eine gelassene und gütige Frau mit einem tiefen Glauben. Wie mein Vater war auch ihr Leben durch das Hören auf die innere Stimme und die Prinzipien von IofC verändert worden: absolute Ehrlichkeit, Liebe, Reinheit und Selbstlosigkeit.

Meine Eltern gaben mir dies weiter und es ist ein weitaus wertvolleres Erbe als materielle Besitztümer es hätten sein können. Es ist die grundlegendste Quelle der Inspiration, denn sie führt einen zu DER Quelle schlechthin. Gottes Stimme, das Gewissen, wie auch immer man es nennen mag, ist ein Silberfaden, dem man folgen kann. Sie gibt Mut, wenn man ihn braucht und Kraft. Sie gibt Mitgefühl und Einfühlsamvermögen, wo sie fehlen. Sie gibt eine klare Richtung, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Sie gibt Korrektur, wo es Ungehorsam, fehlerhaftes Urteil oder einen einfachen Fehler gab. Anstatt meines eigenen Willen unterwirft SIE die Kräfte von aussen ihrer Kontrolle.

Ich hatte das Privileg, Mutter Thereas in Calcutta zu treffen. Ein indischer Freund hatte meinen Mann und mich zu den Kohlefeldern von Bihar mitgenommen, wo wir von der offenen Reaktion der Minenarbeiter angesichts der Ideen von IofC überrascht waren. "Oh ja!", sagte Mutter Theresa. "Die Menschen sind hungrig nach Gott!"

Der Besuch ihres Hospitzes für Sterbende, wo mit einem Mann redeten und uns um ihn kümmerten, der zwar gebildet war, aber schwere Zeiten hinter sich hatte, und krank und mittellos geworden, bevor er auf der Strasse gefunden worden war, hinterliess einen tiefen Eindruck bei mir. Mutter Theresa sagte, sie versuchten durch ihre Arbeit Menschen zu helfen, bessere Hindus, Muslime, Buddhisten oder Chrisetn zu werden und Gott näher zu kommen.

Bei meinem letzten Besuch in Indien lass ich eine Übersetzung des Bhagavadgītā, die spezielle für Menschen aus dem Westen gemacht worden war. Ich empfand sie als sehr bereichernd. So steht dort beispielsweise: "Es gibt nichts Höheres als mich [Krishna/Brahman] : dieses Universum ist an mir aufgehängt wie Perlen an einem Faden." (BhG 7.7). Ich mag dieses Bild, dass jeder von uns eine Perle ist und der Almächtige oder das Göttliche uns alle zusammenhält.

Vor kurzem habe ich mir die Hadj-Ausstellung angesehen und war von den drei Millionen Menschen angetan, die jährlich bereit sind, die sehr anspruchsvolle Erfahrung der Pilgerfahrt, der Festlichkeiten auf sich zu nehmen. Was mich auch überrascht hat, war die Bedeutung der Gleichheit, da alle gemeinsam versuchen, Allah näher zu kommen. Wäre es nicht wunderbar, wenn alle von uns so immer leben könnten? Was bräuchten wir, um so zu leben?

Ich möchte etwas zitieren, das ich ziemlich oft lese. Manchmal wird gesagt, es sei ein Zitat von Nelson Mandela, den ich sehr inspirierend finde, aber es stammt in Wahrheit aus einem Gedicht von Marianne Williamson:1

"Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzureichend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Massen hinaus mächtig sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Wir fragen uns: "Wer bin ich, dass ich brilliant, toll, talentiert, umwerfend sein mag?" Obwohl, wer bist du, dass du es nicht sein magst? Du bist ein Kind Gottes. Indem du dich klein machst, dienst du der Welt nicht. Es ist nichts inspirierendes in der Tatsache, sich selber klein zu machen, so dass andere Menschen um uns herum sich nicht unsicher fühlen. Wir sollen alle strahlen, wie es Kinder tun. Wir wurden geboren, um die Ehre Gottes, die in uns ist, zu zeigen. Sie ist nicht nur in ein paar von uns: Sie ist in uns allen! Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir unterbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, das selbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere."

Eine andere Inspirationsquelle ist Frank Buchman, der Gründer der internationalen Bewegung, die als IofC bekannt ist.

Jemand beschrieb seine Arbeit als eine lachende, lebendige, liebende, gehorsame Bereitschaft, Gott wieder als Führer anzuerkennen. Wenn Einzelpersonen ihr Leben verändern, können ernste Situationen in der Welt verändert werden. Ohne seine allererste Erkenntnis, das Ich ("I") müsse ausgestrichen und somit frei werden, wäre keiner von uns heute hier!

Es gibt viele Beispiele von Versöhnung und Vergebung, die sowohl eine Herausforderung und gleichzeitig auch Inspiration für mich sind: Irene Laures Bemühungen, Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg näher zu bringen, die Versöhnungsarbeit von Ginn Fourie, deren Tochter bei einem Massaker, das von Letlapa Mphahlele befohlen worden war, ums Leben kam und mit dem sie nun zusammen arbeitet2, Pastor James Wuye und Imam Ashafa, deren Geschichte der Versöhnung mehrmals verfilmt wurde. Dies sind nur einige von ihnen. Solche Geschichten haben mir geholfen, Beziehungen, die in meinem Leben im Argen lagen, in Ordnugn zu bringen. Beispielsweise war ich als junge Frau in den USA. Eine ältere Frau und ich hassten uns wirklich, aber ich bat sie um Vergebung und wir wurden Freunde.

Die Lehre Jesu sind eine ständige Quelle der Inspiration: Er sagte:

"Selig sind die, die geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr.

Selig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden.

Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.

Selig sind, die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heissen.

Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn das Himmelreich ist ihr.

(Matthäus 5, 3-10)

Stellen Sie sich eine Erde vor, auf der wir alle so leben!

Und zum Schluss sind auch die Psalmen mir Inspiration, vor allem der 139. Psalm, der sagt:

"Oh Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder sehe auf, so weisst du es. Du verstehst meine Gedanken von ferne.Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist keine Wort auf meiner Zunge, das du Herr, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten, umgibst du mich, oh Herr, und hälst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äussersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nach statt Licht um mich sein. So wäre auch Finsternis nicht finster bei dir und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht. (...) Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin und leite mich auf ewigem Wege."

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Unsere tiefste Angst
Von Marianne Williamson

Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir unzureichend sind. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Massen hinaus mächtig sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns: "Wer bin ich, dass ich brilliant, toll, talentiert, umwerfend sein mag?" Obwohl, wer bist du, dass du es nicht sein magst? Du bist ein Kind Gottes.

Indem du dich klein machst, dienst du der Welt nicht. Es ist nichts inspirierendes in der Tatsache, sich selber klein zu machen, so dass andere Menschen um uns herum sich nicht unsicher fühlen.

Wir sollen alle strahlen, wie es Kinder tun. Wir wurden geboren, um die Ehre Gottes, die in uns ist, zu zeigen. Sie ist nicht nur in ein paar von uns: Sie ist in uns allen!

Und wenn wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir unterbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, das selbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere."

(Marianne Williamson, Return to Love: Reflections on the Principles of 'A Course in
Miracles'
, Harper Paperbacks, 1996.)
 

1. Williamson, Marianne (1996) Return to Love: Reflections on the Principles of  'A Course in Miracles', Harper Paperbacks.

2. http://theforgivenessproject.com/stories/ginn-fourie-letlapa-mphahlele-s... (Accessed 20th April 2012).

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ANMERKUNG: Einzelpersonen vieler Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Glaubensrichtungen sind zur Zeit im Rahmen von Initatives of Change aktiv. Dieser Kommentar repräsentiert die Ansichten des Autors/der Autorin und nicht automatisch die von Initiatives of Change als Organisation.