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Berichterstattung über Workshop für Friedensaktivisten in der kenianischen Presse

Montag, 17. Dezember 2012

 Reverend Bishop Alfred Rotich, Kaplan der kenianischen Verteidigungskräfte, und Pastor James Wuye bei einer DiskussionsrundeDer Kaplan der kenianischen Verteidigungskräfte, Reverend Bischof Alfred Rotich gab den Teilnehmern des Workshops für Friedensaktivisten in Nakuru/Kenia Ratschläge und seinen Segen. Bei seiner Ansprache anlässlich der Abschlussveranstaltung am 23. November 2012 sagte er: "Ich kann es an Ihren Gesichtern sehen und von der Art und Weise, in der Sie miteinander umgehen spüren, dass Sie Frieden leben."

35 Teilnehmer aus Spannungsgebieten Kenias kamen bei dem Workshop zusammen. Geleitet wurde er von den bekannten nigerianischen Friedensstiftern Pastor James Wuye und Imam Muhammad Ashafa. Der Workshop wurde vom United States Institute of Peace, dem Friedensinstitut der Vereinigten Staaten, und Initiatives of Change ermöglicht.

Der Workshop wurde durch die Vorführung des Films "Eine afrikanische Antwort" eröffnet, der die Versöhnung zwischen Kikuyu und Kalenjin-Volksgruppen, die nach den Gewaltausbrüchen im Anschluss an die kenianischen Wahlen 2007/2008 durch Imam Ashafa und Pastor Wuye in die Wege geleitet wurde, aufzeigt.

Unter den Teilnehmern befanden sich Vertreter der Kalenjin, Kikuyu, Luo, Luya, Kamba, Kisii, Pokot, Il Chamus und Turkana-Volksgruppen unterschiedlicher Herkunft.

Workshopleiter und Teilnehmer: Imam Muhammad Ashafa, Zephania Lekachuma (Vorsteher von Marigat Town/Baringo County), James Macharia (Camp-Manager bei Lutheran World Service/Dadaab-Flüchtlingslager), Pastor James Wuye und Pastor Symon Enyapu (Leiter der Turkana-Volksgruppe)

Imam Ashafa und Pastor James gaben praktische Tips aus dem Film und ihrem Resource Guide for Grass-roots Practitioners (FLTfilms 2010), dem Ratgeber für Grassroot-Aktivisten, weiter. Sie unterstrichen die Bedeutung von Traumaberatung, "denn bei Konflikten geht es darum, Menschen zu verletzten".

Die schwedische Traumaspezialistin Gunilla Hamne, die für Peaceful Heart Network, das Netzwerk für ein friedvolles Herz, arbeitet, gab eine praktische Einführung in die "Trauma-Klopftechnik" - eine "Erste Hilfe" in der Traumatherapie, wie sie sagt.

Imam Ashafa und Pastor Wuye konzentrierten sich auf Viehdiebstahl, der oft ein Unsicherheitsfaktor für die Hirtengemeinden in Kenias riesigen halbdürren Regionen ist, da die Diebe mit automatischen Waffen ausgerüstet sind. Imam Ashafa wandte sich an die neun christlichen Teilnehmer aus Baringo County, die als Hirten arbeiten, und forderte sie mit dem Zitat eines christlichen Heiligen heraus: "Mög ich dort Vergebung bringen, wo Verletzung ist." Gemeinsam legten die Hirten ein Versprechen ab, sich für ein Ende des Viehdiebstahls in Kenia einzusetzen.

Teilnehmer der Hirtengemeinschaften in Baringo Country verpflichten sich dau, kein Vieh mehr zu stehlen

Es bildeten sich mehrer Teams, von denen jedes eine strategischen Aktionsplan ausarbeitete, um Frieden und Vertrauen in ihren Gemeinden zu festigen.

Die Zeitung "The Standard", die landesweit erscheint, berichtet am 28. November 2012 über den Workshop in einem Artikel unter dem Titel "Imam und Pastor lesen in ihren Bemühungen um Versöhnung die selbe Schrift."

 

Fotos von Alan Channer