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Wichtige Veranstaltung zum Recht auf Frieden

Freitag, 5. Oktober 2012

 

Kassym-Jomart Tokayev (3. v. rechts ), Generaldirektor der Vereinten Nationen in Genf (UNOG) und Teilnehmer der Verantstaltung zum Internationalen Tag des Friedens, 21.09.2012 (Foto: Jean-Marc Ferré)Die Ständige Vertretung Costa Ricas bei den Vereinten Nationen in Genf organisierte zum Internationalen Tag des Friedens in Zusammenarbeit mit der Spanischen Gesellschaft des Gesetzes für internationale Menschenrechte, Initiatives of Change und vielen anderen Nichtregierungsorganisationen (NGO), die von der NGO-Verbindungseinheit des UNO-Büros in Genf unterstützt wurden, ein bedeutendes Treffen zum Recht auf Frieden.

Eröffnet wurde die Veranstaltung nach einer kurzen musikalischen Einführung vom Generaldirektor der Vereinten Nationen in Genf, Kassym-Jomart Tokayev. Über 60 Vertreter verschiedener UN-Missionen und UN-Abteilungen als auch Repräsentanten unterschiedlicher NGOs waren anwesend.

Das Recht auf Frieden ist ein neues legales Konzept, das von einigen Ländern und NGOs gefördert wird. Einer derjenigen, der es schon seit langem unterstützt, ist Botschafter Mohamed Sahnoun. Es setzt sich aus bestimmten Massstäben aus der Friedenserziehung, Entwicklung und der Umwelt zusammen und ist für Opfer und ungeschützte Gruppierungen, die als Unterstützung der Grundlagen von Frieden angesehen werden. Der Vertreter IofCs bei den Vereinten Nationen in Genf, Rainer Gude, war einer der Repräsentanten der bürgerlichen Organisationen, der das Publikum über "die fortschreitende Entwicklung des Rechts auf Frieden" informierte. Seine Rede kann im Anschluss nachgelesen werden.

Teilnehmer der Veranstaltung zum Recht auf Frieden, 21.09.2012 (Foto: Jean-Marc Ferré)

Obwohl IofC nicht wirklich direkt in der Vergangenheit am Recht für frieden mitgearbeitet hat, hat sie auf ihre Weise doch immer dem Konzept entsprechend gehandelt. Ein Blick in IofCs lange Geschichte zeigt viele Beispiel auf, wie die Arbeit auf der Basis ethischer Massstäbe und die Überzeugung, dass die Menschen in Frieden miteinander leben sollten, zu wahrer persönlicher und globaler Veränderung führen kann.

Frank Buchmans Zitat, "Frieden ist nicht nur eine Idee, sondern Menschen, die anders werden.", ging den Menschen zu Herzen und half, den Zweck des Rechts auf Frieden deutlicher zu machen. Und Frieden an sich setzt sich darum aus Menschen und nicht nur Ländern oder internationalen Strukturen zusammen.

 

Das Recht auf Frieden als Mittel zur Stärkung von Dialog und Kooperation

Rainer Gude, Vertreter von Initiatives of Change bei den Vereinten Nationen in Genf bei der Veranstaltung zum Internationalen Tag des Friedens, 21.09.2012 (Foto: Jean-Marc Ferré)(Präsentation von Rainer Gude, Vertreter von Initiatives of Change bei den Vereinten Nationen in Genf)

Sehr geehrter Herr Generaldirektor, Herren Botschafter, Vertreter der Vereinten Nationen, Vertreter von NGOs, Miglieder der Zivilgesellschaft. Ich wünsche allen einen guten Tag. Im Namen des internationalen Netzwerks Initiatives of Change, dessen Vertreter ich bin, im Namen unserer Präsidentin Dr. Omnia Marzouk und mit besonderen Grüssen unseres ehemaligen Präsidenten Botschafter Mohamed Sahnoun, der ein grossartiger Vertreter des Rechts auf Friedens ist, wünsche ich Ihnen allen einen schönen Tag des Friedens!

Botschafter Sahnoun bat mich, den anderen Mitsponsoren seinen Dank auszusprechen und lobte ausserdem die Bemühungen Costa Ricas und anderer Länder, die für das Recht auf Frieden werben. Er betrachtet als eine Sache von äusserster Wichtigkeit, denn "es kann Menschen helfen zu erkennen, dass Konfrontation und Kriege oft angezettelt werden, um Interessen zu dienen, ohne an die Konsequenzen für die Menschen zu denken." Kurz, das Recht auf Frieden und die Massstäbe, die von denen es ausgeht, stellt den Menschen in den Mittelpunkt, da sie die Hauptnutzniesser von Frieden sind. Trotzdem ist Frieden nur möglich, wenn die Menschen Dialog und Kooperation dem Krieg vorziehen. Wir haben festgestellt, dass durch den Einsatz für das Recht auf Frieden diese beiden Kapazitäten auf natürliche Art und Weise gestärkt werden.

Wir von Initiatives of Change unterstützen das Recht auf Frieden, da wir glauben, dass besonders im Bereich der Friedenserziehung, der Entwicklung, der Umwelt und für Opfer und ungeschützte Gruppierungen durch die Schaffung von Massstäben leichter erkannt werden kann, wie Frieden geschaffen und erhalten werden kann. Frieden, so angegangen, dass er nicht nur als immenses und unerreichbares Ziel angesehen, sondern bei dem - sogar bis hinunter auf die individuelle Ebene - in kleinen Schritten vorangegangen wird, ist Teil von IofCs grossem Erfahrungsschatz. Wir wissen, dass Krieg nicht einfach dadurch verschwindet, wenn man ein Gesetzt dagegen verabschiedet, aber wenn Massstäbe in verschiedenen und doch miteinander verbundenen Bereichen, die die Grundlagen von Frieden bilden, gefördert werden, werden Fortschritte gemacht, sowohl für das Recht auf Frieden als auch für den Frieden selbst.

Initiatives of Change möchte Brücken über die Trennungen in der Welt hinweg bauen. Unser Ansatz ist ganzheitlich und verbindet sowohl globale als auch persönliche Veränderung. Unser Gründer Frank Buchman erkannte, dass nicht nur Strukturen, sondern Menschen sich verändern müssen, damit Veränderung langfristig möglich ist und Frieden erreicht wird. Er sagte einmal: "Frieden ist nicht nur eine Idee, sondern Menschen, die anders werden." Lange bevor das Recht auf Frieden jemals in Worte gefasst wurde, schafften es Mitglieder der damaligen Moralischen Aufrüstung, unser früherer Name, 1946 durch vereinte Unterstützung das Caux Palace Hotel oberhalb von Montreux zu kaufen und zu renovieren. Sie träumten davon, Europa nach dem Zweiten Weltkrieg zu helfen. Es gab damals noch kein Konzept von einem Recht auf Frieden, aber es gab die starke Überzeugung, dass Krieg falsch war. Von 1946 bis 1950 kamen 3000 Deutsche und 2000 Franzosen nach Caux, darunter Parlamentsabgeordnete, Industrielle, Gewerkschafter und Journalisten. Robert Schuman und Konrad Adenauer waren ebenfalls dort und lobten die Unterstützung Caux beim Versöhnungsprozess. Diese Konferenzen wollten keine Werbung für Frieden an sich machen, aber sie wollten Vergebung und Versöhnung durch Dialog fördern und sie begannen mit einem Blick auf das Leben und die Beweggründe des Einzelnen. Man könnte sie als grossangelegtes Training im Bereich Dialogarbeit ansehen oder sogar als Crash-Kurs im Recht auf Frieden. Die wachsende Kapazität für Dialog und die Gewohnheit, Kooperation zu leben, die dort auf allen Ebenen der Gesellschaft aufgebaut wurden, waren von enormer Hilfe im Festigen des Friedens und im anschliessenden Wiederaufbau Europas.

Seitdem ist noch viel Spannendes in Caux geschehen, unter anderem die Tatsache, dass drei costaricanische Präsidenten uns dort besuchten. Caux war ein Brutkasten für Veränderung und eine Inspirationsquelle für viele Treffen, die zur tunesischen Unabhängigkeit, den Rechten für Aborigines in Australien, Minderheitenrechten in Südtirol, der Heilung von religiösen Spannungen im Libanon, vielen Friedensinitiativen in Burundi wie auch zu zahllosen Erfahrungen der Versöhnung einzelner Menschen führten.

Es ist ein Ort, an dem Dialog gelernt und Kooperation geübt werden kann und natürlich wurden dort viele unserer Grassroot-Projekte in über 30 Ländern ins Leben gerufen. Unser ganzheitlicher Ansatz, der jeden der Massstäbe, die für das Recht auf Frieden wichtig sind, beinhaltet, hat das geschaffen, was man eine Normalisierung von Dialog und Kooperation nennen könnte. Wir glauben, dass durch die Förderung des Rechts auf Frieden diese wichtigen Zutaten für den Frieden auf natürliche Art und Weise bekannt gemacht und gestärkt würden.

Die Welt braucht jetzt nicht nur einfach mehr Friedensverträge, sondern eine Stärkung der Grundlagen des Friedens und unsere Fähigkeit, uns für sie einzusetzen. Genau das schlägt das Recht auf Frieden vor und genau danach streben wir von Initiatives of Change.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.