Aktuelle Berichte

Brückenbau über Grenzen hinweg : Kambodschanisch - vietnamesisches Austauschprogramm

Montag, 20. März 2017
Author: 

Neuer Brückenbau zwischen Kambodscha und Vietnam

Grenzüberschreitendes Austauschprogramm

Cambodia and Vietnam exchange programme

 

Um das ehemalige Austauschprogramm von IofC Vietnam zu neuem Leben zu erwecken, reisten am 11. und 12. März 2017 sechs kambodschanische Freunde von IofC nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Drei der Kambodschaner hatten noch nie Vietnam bereist und unsere Freunde vor Ort zeigten uns die Metropole mit 8 Mio. Einwohnern, in der an normalen Werktagen 5 Mio. Motorräder unterwegs sind. Seitdem Einwohner der ASEAN-Mitgliedsstaaten (Verband südostasiatischer Nationen) die Region ohne Visa frei bereisen können, ist es viel leichter, sich auf den Weg zu machen. Kim Vuth aus Kambodscha erinnerte uns daran Busreisen innerhalb Kambodschas von Grenze zu Grenze 6 Stunden dauern, die gleiche Zeit wie eine Busreise von Phnom Penh nach Ho-Chi-Minh-Stadt.

Hauptzweck des Besuches war der Wunsch, unsere Freundschaft zu erneuern und gemeinsame Projekte zu besprechen. Kim Vuth erklärte: "Wir sollten uns nicht mehr so sehr über die Vergangenheit und die Kriege unterhalten wollen, sondern uns darauf konzentrieren, einander besser kennenzulernen und Freunde zu werden." Im Laufe unseres Besuches erzählte eine Kambodschanerin, ihre Eltern hätten sich über ihre Reise nach Vietnam Sorgen gemacht. Ich erinnerte die Gruppe daran, dass vietnamesische Eltern damals genau dasselbe sagten, als sie beschlossen, beim ersten kambodschanisch-vietnamesischen Austauschprogramm ICA-Freunde in Kambodscha zu besuchen. Seit damals sind aus Kambodschaner und Vietnamesen innerhalb von IofC Freunde geworden, die sich gegenseitig besuchen, gemeinsam arbeiten, bei Familien Unterkunft erhalten und sich austauschen. Eine vietnamesische Freundin sagte, sie hätte in der Schule nichts über Kambodscha und seine Geschichte gelernt und selbst jetzt als junge Erwachsene wüsste sie nach wie vor nur sehr wenig. Chem Thornin aus Kambodscha kommentierte, Beziehungen zwischen unseren Familien seien ebenfalls sehr wichtig. Er erklärte der Gruppe, er hätte seit fast einem Jahr nicht mehr mit seinem Vater geredet, aber nach der Begegnung mit Initiativen der Veränderung beschlossen, seine Einstellung zu ändern.

Für uns ist dieses Austauschprogramm eine Möglichkeit, Brücken über die Gräben hinweg zu bauen, die durch Geschichte und kulturelle Unterschiede entstanden sind und die Kambodschaner und Vietnamesen voneinander trennen. Aber ich erklärte der Gruppe, dass wir uns auch auf andere Bereiche konzentrieren sollten. Vor kurzem wurde ICA Kambodscha von einer deutschen NGO kontaktiert, die sich für Frieden und Vertrauensbildung in Kambodscha einsetzt. Sie fanden es schwierig, Vertrauen zwischen den unterschiedlichen Gruppieren aufzubauen, mit denen sie arbeiten. Sie hatten von unserem Austauschprogramm gehört und baten um ein Treffen.Die deutsche NGO schlug vor, zusammenzuarbeiten. Ich erklärte der Gruppe daher, dass unsere Arbeit durch IofC nicht ohne Spuren bleibe und auch anderen helfe, Brücken zu bauen.

Bei unserem Treffen beschlossen wir, gemeinsam mit vietnamesen und kambodschanischen IofC-Freunden in einem Kinderheim am Stadtrand von Phnom Penh mitzuhelfen, das von einem alten IofC-Freund, Son Soubert, geleitet wird. Die Jugendlichen werden mit den Kindern gemeinsam im Garten arbeiten, Instandhaltungsarbeiten durchführen, Abfall einsammeln etc, sich jedoch auch mit den Kindern über ihr Leben und die Ideale von IofC austauschen. Die Gruppe wird ausserdem eine vietnamesische Gemeinde in der Nähe des Kinderheims besuchen. Diese Gemeinde war zuvor schon einmal bei einem früheren kambodschanisch-vietnamesischen Austausch besucht worden. Anschliessend werden die Teilnehmenden ihre Zeit in Kambodscha mit einem Aufenthalt bei Familien in Phnom Penh abschliessen.

Nach einem erfolgreichen Besuch in Ho-Chi-Minh, bei dem die Freundschaft mit IofC Vietnam erneuert wurde, kehrten wir voller Begeisterung über das Wiederaufleben des Austauschprogramms nach Kambodscha zurück.

Bericht: Peter Heyes