Menschen - Geschichten - Berichte

Der Countdown läuft!

Freitag, 8. August 2014

Obwohl sich die Teilnehmer der Konferenz “Deine Initiative bewegt”  inzwischen  verabschiedet haben, ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei. Sie werden sich das ganze Jahr über mit den Projekten beschäftigen, die sie im Laufe der letzten Tage entwickelt haben.

Seit Montag wurden in rascher Folge Workshops, Plenarveranstaltungen und Arbeitsgruppen abgehalten. Aber dennoch gab es Zeit für Erholung und Zeit in der Stille. Alles wurde so organisiert, dass junge Menschen, die sich für Veränderung einsetzen, Inspiration fanden und ihre Kreativität gefördert wurde. Dies fing schon morgens mit dem täglichen Angebot von Meditation, Yoga oder Frühsport an.

Am Dienstag gab es Vorträge über „die Kunst der Orientierung“. Kubra und Ali Aslan Gümüsay schafften es, aus diesem anscheinend so abstrakten Thema das meiste herauszuholen. Ihrer Meinung nach müssten wir lernen, „uns daran zu orientieren, was uns mit Leidenschaft erfüllt“. Ein guter Manager sei nicht nur kompetent, sondern auch leidenschaftlich und wisse, wie einem Team Leidenschaft zu vermitteln sei.

Am Mittwoch sprach Tessa Wernink auf einer Höhe von 2000m vor der atemberaubenden Kulisse der Rochers de Naye über “die Kunst des Schaffens”. Um diesem Vortrag zuhören zu können, mussten die Teilnehmer drei Stunden wandern und 1000 Höhenmeter überwinden. Sie setzten die Workshopthemen dabei in die Praxis um, übertrafen sich selbst und unterstützten sich gegenseitig, um den Berggipfel zu erreichen.

Tessa Wernink erklärte anschliessend, wie sie und ihr Team ein umweltfreundliches und fair produziertes Mobiltelefon entwickelten, das mit einem Reparaturset verkauft wird. Ein solches Projekt sei ziemlich risikoreich und schwierig gewesen, doch am Ende habe sich aber der Aufwand und die Bemühungen gelohnt. Die Moral dieser Geschichte sei: Man müsse sich trauen und proaktiv sein, um etwas Konkretes zu erreichen!

Der letzte Tag der Konferenz war der “Kunst des Engagements” gewidmet. Dieser  Faktor ist für die Durchführung eines Projektes wesentlich, aber oft schwierig beizubehalten. Der Leiter von “Tony's Chocolonely” kennt sich bei diesem Thema gründlich aus: Der Name der Firma sei eine Mischung der Wörter “chocolate” (Schokolade) und “lonely” (einsam), da er sich bei der Herstellung von Fair-Trade- Schokolade ohne den Einsatz von Sklavenarbeit einsam gefühlt habe. Dies sei auf einem  Markt, wo Schokolade und Kakao hauptsächlich aus Westafrika importiert werde und Kinder zum Arbeiten gezwungen und dabei ausgenutzt würden, schwierig.

Nachdem die Teilnehmer diesen Vorträgen über Mut, Kühnheit, Durchsetzungsvermögen und Erfindungskraft zugehört hatten, waren sie an der Reihe. Sie wurden in Gruppen eingeteilt und mussten klar das Projekt umreissen, das sie im nächsten Jahr durchführen werden und welche Auswirkungen es haben wird, denn – Sie werden es bereits erraten haben - diese Konferenz strebt handfeste Resultate an! Zum Beispiel soll “Connect2welcome!” innerhalb von einem Jahr operationell sein. Die Organisatoren dieses Projektes wollen eine interaktive “Plattform” (Blog, Chat, Kalender, Events …) für Organisationen und Einzelpersonen entwerfen, die zusammenarbeiten möchten, um Flüchtlingen zu helfen. Das 'Green Week'-Projekt soll ein einwöchiger Lernplan für Schulen sein, der Schülern Umweltthemen und Handlungspläne beibringen soll.

Im nächsten Jahr werden wir wieder zusammenkommen, um hoffentlich den Erfolg dieser Projekte zu erleben. Bis dahin haben die jungen Teilnehmer alle Hände voll zu tun!