Aktuelle Berichte

Eine Botschaft für die Ukraine von Professor Rajmohan Gandhi

Dienstag, 4. Februar 2014

Eine Botschaft von Rajmohan Gandhi für Frieden in der Ukraine

Rajmohan Gandhi, Enkel von Mahatma Gandhi und ehemaliger Präsident von Initiatives of Change International, ist Forschungsprofessor am Zentrum für Südasiatische und Mittelöstliche Studien an der Universität von Illinois in Urbana-Champaign/USA. Er war von 1990 - 1992 Mitglied der Rajya Sabha (dem Oberhaus des indischen Parlaments) und 1990 Leiter der indischen Delegation der UN-Menschenrechtskommission in Genf. Er berief eine parteienumgreifende Kommission beider Häuser des indischen Parlaments ein, um die Thematik der Bedingungen der Angehörigen der niedrigsten Kasten und Stämme Indiens anzusprechen. Er arbeitet seit 1956 bei Initiatives of Change mit und setzt sich seit einem halben Jahrhundert für den Aufbau von Vertrauen, Versöhnung, Demokratie und den Kampf gegen Korruption und Ungleichheit ein.

Rajmohan Gandhi besuchte die Ukraine im Jahr 2010, um die "Woche des Vertrauens" zu unterstützen. Mehr über seine Erfahrungen in der Ukraine können hier nachgelesen werden.

Rajmohan Gandhis Botschaft an die Ukraine:
31. Januar 2014

Panchgani/Indien

 

Liebe Freunde in der Ukraine,

Ich schicke diese ernste Botschaft als jemand, der die Schönheit und Vielfalt der Ukraine zu schätzen gelernt hat...Jemand, der vom mutigen und kreativen Geist des ukrainischen Volkes und vor allem seiner Jugend überwältigt wurde. Ich schicke diese Botschaft auch als Enkel Mahatma Gandhis, der mich gelehrt hat, sowohl für Frieden als auch Gerechtigkeit, für Gerechtigkeit und Frieden zu kämpfen.

Es schmerzt mich, zu hören, dass in den neuesten Unruhen in der Ukraine Menschen ums Leben kamen. Es schmerzt zu hören, dass es vielleicht Bürgerkrieg geben wird.

Es gibt Zeiten, in denen Proteste und Kämpfe notwendig sind. Dennoch darf ein Kampf nie in Gewalt oder in Angriffe auf Menschen und ihr Eigentum ausarten. Unabhängigkeit von einer fremden Regierung war in Indien eine Leidenschaft voller Kraft, wie auch anderswo auf der Welt.

Unabhängigkeit bedeutet, selbst zu regieren, anstatt von aussen regiert zu werden. Aber mein Grossvater lehrte mich,  dass selbst regieren auch bedeutet, sich selbst zu regieren. Ich muss lernen, mich selbst zu kontrollieren. Jeder von uns muss lernen, seinen Ärger zu kontrollieren, wenn wir in der Lage sein wollen, zu führen.

Manche Menschen profitieren von Polarisierung, aber für einfache Menschen ist es wichtig, zusammen zu kommen. Ohne Frieden gibt es keine wirtschaftliche Aktivität, keine Bewegung von Menschen, keine Bewegung von Waren. Ich bete dafür, dass niemand in der Ukraine seine Landsleute oder andere Bewohner der Ukraine als Feind betrachtet.

Auch wenn einige Politiker von Trennung profitieren, bete ich dafür, dass die Jugend und andere Bürger und Einwohner der Ukraine sich gemeinsam an einen Tisch setzen und einander zuhören, anstatt einander anzugreifen. Niemand kann mein Feind sein, nur weil er oder sie eine andere Sprache spricht , aus einer anderen Region kommt, einer anderen religiosen Gruppierung angehört oder weil er oder sie eine andere Meinung hat als ich.

Die Ukrainer gehören zusammen. Als menschliche Wesen sind wir Mitglieder derselben menschlichen Familie.

Gestatten Sie mir, zu sagen, dass diejenigen, die an der Macht sind, die Stimme des Volkes respektieren müssen. Und gestatten Sie mir zu sagen, dass diejenigen, die an gewaltlosem Kampf teilnehmen, niemals Angst haben sollten, sich mit Opponenten zu ehrenhaften Verhandlungen an einen Tisch zu setzen.

Ich grüsse alle meine zahlreichen Freunde in der Ukraine herzlich und lasse dem guten Volk der Ukraine meine Gebete zukommen, auf dass sie Frieden und Gerechtigkeit finden mögen.

www.rajmohangandhi.com