Von der Herausforderung im Umgang mit Konflikten

Von der Herausforderung im Umgang mit Konflikten

Freitag, 11. Juli 2014

 

Es ist oft herausfordernd, sich mit Konflikten auseinanderzusetzen!

Es ist oft herausfordernd, sich mit einem Konflikt auseinanderzusetzen und noch schwieriger, wenn man sich mehr als einem umgehen muss. Während ich in Aleppo/Syrien aufwuchs, war mir immer bewusst, dass ich zu Hause weg von der Heimat war. einem Zuhause, das Armenien heisst. Armenien war mehr als 20 Jahre lang ein Traum für mich und dieses Bild wurde real, als ich ein zweimonatiges Praktikum in Yerevan/Armenien absolvierte und danach 2 Jahre lang dort arbeitete. Und doch wurde ich bei meinem Aufenthalt in Yerevan wieder einmal daran erinnert, dass Heimat für mich kein Ort ist, sondern sich dort befindet, wo mein Herz ist, denn meine Grosseltern kommen eigentlich nicht aus dem heutigen Armenien, sondern aus Palu, einem kleinen Dorf in der westlichen Türkei.

Als junges gebildetes Mädchen, das verschiedene Phasen seines Lebens in unterschiedlichen Ländern verbracht hat, habe ich trotzdem Sehnsucht nach zu Hause. Und jetzt ist mein Zuhause Aleppo in Syrien, dieser zerstörten Stadt des Kampfes und des Überlebens. Kann es noch komplizierter für jemanden werden, wenn es um Heimat geht? Wo ist dein Zuhause? Für micht ist es da, wo mein Herz ist.

Mein Name ist Eline Sarkisian, ich bin armenischer Abstammung, in Syrien geboren und ich leben zur Zeit in Toronto/Kanada. Ich habe einen zweifachen Bachelor in Child Studies und Personalwesen der Concordia Universität in Montreal/Kanada. Ich war 2013 Caux Scholar-Studentin und ging nach Caux mit vielen Gedanken und Erwartungen. Ich ging, um zu lernen und um Antworten auf Fragen wie die von oben zu finden, um nachzudenken und mir Werkzeuge anzueignen, die ich sicherlich brauchen würde, um meine Konflikte zu regeln. Meine Motivation für die Teilnahme am Caux Scholars-Programm (CSP) stammte von meinem aufrichtigen Wunsch, die Rechte von Kindern während und nach Konflikten zu schützen. Ich möchte einen Master im Bereich Kinderrecht und Kinderpartizipation absolvieren, um mich voll dem Aufbau von Frieden und der Konfliktresolution in zerstörten Gesellschaften, wie der unseren in Syrien, zu widmen.

Ich glaube, dass bei einem Krieg diejenigen, die den höchsten Preis bezahlen, oft Frauen und Kinder sind. Jeden Tag erhalte ich in Kanada, wo ich mich bemühe, ein normales Leben zu leben, Nachrichten von meiner Familie und von Freunden in Syrien über Ereignisse, wo ein Kind gekidnappt, eine Frau vergewaltigt, ein Schulbus bombadiert wurde und die Liste geht weiter. Trotzdem ist das der Moment, der mich zum Nachdenken bringt und ich weiss, dass diese Unschuldigen einen hohen Preis für einen Krieg bezahlen, den sie nicht begonnen haben. Trotzdem bin ich voller Hoffnung, da ich in Caux viele intelligente und leidenschaftliche Menschen getroffen habe, die hart für den Frieden arbeiten und sich für Harmonie zwischen Gruppen, Nationen und Ländern einsetzen.

Ich habe beim CS-Programm eine fundamentale Erfahrung gemacht, die mich erkennen liess, dass es keine einfache Lösung für Konflikte gibt. Und dass Konflikte vom Zeitfaktor leben. Je mehr Zeit wir einem Konflikt geben, desto komplizierter und verwurzelter kann eit er werden. In diesen Augenblicken spielt Zeit ein zweischneidiges Schwert, das heilen und das Hass noch tiefer verwurzeln kann. In meinem Fall hat mir CSP geholfen, weiterzugehen und Konflikt als wesentliches Element für Wachstum und Verständnis anzusehen. Ein Thema, das mich während meines Aufenthalts in Mountain House neugierig machte, war "Die Notwendigkeit der Versöhnung", das perfekt zu der Konferenz Die Wunden der Vergangenheit heilen passte, an der ich als Caux Scholar teilnahm. Die Workshops, Diskussionen und der Austausch zwischen den Redner und den Konferenzteilnehmern liess mich über die Versöhnung nachdenken, die in Syrien während des Kriegs und anschliessend notwendig ist und darüber, wie ich bei diesem Prozess mithelfen kann.

Zur Zeit arbeite ich daran, in meinem Gebiet als Lehrerin mehr Erfahrung zu bekommen, dennoch suche ich aktiv Praktika und bin freiwillige Mitarbeiterin bei Menschenrechtsorganisationen. In diesem Sommer werde ich in Beirut/Libanon sein und ich möchte das Team von Initiativen der Veränderung im Libanon treffen und dort bei ihren Projekten für syrische Flüchtlinge mithelfen. Und später werde ich rund zwei Monate lang in Yerevan sein und dort für verschiedene lokale Organisationen arbeiten, die Dienstleistungen für Tausende syrisch-armenische Flüchtlinge anbieten.

Eline Sarkisian

ANMERKUNG: Einzelpersonen vieler Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Glaubensrichtungen engagieren sich zur Zeit aktiv bei Initiatives of Change. Hier veröffentlichte Kommentare drücken die Ansichten des jeweiligen Autors und nicht unbedingt die von Initiatives of Change als Ganzem aus.

Elina Sarkisian
Elina Sarkisian