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Imam Oumar Gomi and Pastor Nicolas Guerekoyame Gbangou

Filmpremiere in Landessprache Sängö von "Der Imam und der Pastor" in der Zentralafrikanischen Republik

Sonntag, 11. Februar 2018

Am 13. Januar 2018 fand anlässlich der Filmpremiere des IofC-Films "The Imam and the Pastor" in Sängö, der Landessprache der Zentralafrikanischen Republik (CAR), eine offizielle Feier statt.

2013 versank die Zentralafrikanische Republik im Chaos, als muslimische Rebellen der Seleka-Gruppe in dem Land, das hauptsächlich von Christen bewohnt wird, die Macht übernahmen. Eine grösstenteils christliche Miliz, genannt Anti-Balaka, stellte sich Seleka entgegen. Seleka übergab 2014 einer Übergangsregierung die Macht, doch die Gewalttaten gingen weiter und die Lage im Land ist nach wie vor unsicher. 2,3 Millionen Menschen - die Hälfte der Gesamtbevölkerung - ist auf Grund der Konflikte auf humanitäre Hilfe angewiesen.1

Destruction after communal clashes - Photo by UNICEF

Zerstörung nach Zusammenstössen - Foto: UNICEF

 

Die Filmpremiere von "Der Imam und der Pastor" in Sängö ist ein erster Schritt, um den Film als Werkzeug des Friedens und der Aussöhnung im ganzen Land einzusetzen.

Der Dokumentarfilm, produziert von der IofC-Firma For the Love of Tomorrow Films, zeigt die bemerkenswerte Reise der nigerianischen Friedensstifter Imam Muhammad Ashafa und Pastor James Wuye von der Rache zur Vergebung.

Sie können den Film in englischer Sprache hier einsehen.

Gervais Lakosso, der Direktor von “Cercle de Recherche et d'Education par les Arts”, war von der Relevanz des Films beeindruckt, als er 2015 an einem Friedenstreffen teilnahm, das in Caux/Schweiz stattfand und von der Schweizer Regierung unterstützt wurde. Mit Hilfe der französischen NGO Terre Solidare und gemeinsam mit dem Filmproduzenten Dr. Alan Channer machte sich Lakosso daran, die Sängö-Version des Films 2017 fertigzustellen.

Zur Filmpremiere kamen der Präsident der islamischen Gemeinschaft der Zentralafrikanischen Republik, Imam Kobine Layama, und der Präsident der Evangelischen Allianz der CAR, Pastor Nicolas Guerekoyame Gbangou, Imam Oumar Goma von der Zentralmoschee in Bangui, verschiedene protestantische Pastoren sowie katholische Priester.

Ausserdem kamen Vertreter des Ministeriums für Kunst und Kultur, des Jugendministeriums, des Hohen Rats für Kommunikation, der High Authority of Good Governance, des Nationalrats für Mediation, des NGO-Netzwerks zur Verteidigung der Menschenrechte, der G23-Plattform für die politische Partizipation von Frauen, des Nationalen Jugendrats, der National School of Arts und des Journalistennetzwerks für Menschenrechte.

50 Exemplare der DVD wurden bei der Premiere verteilt.

Gervais Lakosso is interviewed after the launch

Gervais Lakosso wird nach der Premiere interviewt

“Die Magie darstellender Kunst kann Herzen öffnen und durch sie dauerhafte Botschaften vermitteln, die neues Verständnis und eine neue Vision von Leben fördern und dadurch Menschen zu Akteuren der Veränderung und des Friedens machen", sagte Lakosso. "Der Film ist ein konkretes Beispiel dafür. Er erzählt die Geschichte zweier Gottesmänner, die sich hassten und in religiösen Milizen bekämpften, und dennoch Versöhnung erfuhren und diese in ihre Gemeinschaften bringen konnten. Der Film ist ein Werkzeug für die Entwaffung von Herz und Verstand. Wir werden weitere Exemplare des Films herstellen und im Land versenden. Er wird Teil von Trainingsprogrammen für interreligiöse friedliche Koexistenz und die Rolle der Medien bei der Förderung von Frieden sein, die der Imam, der Pastor und der Produzent des Films durchführen werden, um einen nachhaltigen Prozess zur Stärkung des Friedens in der Zentralafrikanischen Republik in die Wege zu leiten."

1  http://www.unocha.org/car

 

Bericht von Gervais Lakosso und Alan Channer