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Im Gespräch mit IofC Frankreich

"Caux hat mein Leben verändert. Ich hatte das Gefühl, ein Blatt auf einem treibenden Fluss zu sein und konnte danach ein Baum mit starken Wurzeln werden. All diese Menschen verschiedener sozialer und religiöser Herkunft und dennoch verband sie etwas, das sehr stark und kraftvoll war."

Mittwoch, 13. Februar 2019

 

Jaella Brockman und Tracie Mooneyham im Gespräch mit Marie-Hélène de Cherisey, Präsidentin von Initiativen der Veränderung Frankreich, und der Generaldelegierten Claire Tamano. 2004 reiste Marie-Hélène mit ihrem Mann und ihren fünf Kindern um die Welt und besuchte und filmte Sozialunternehmer.

 

Wann lernten Sie IofC Frankreich kennen und wie hat Sie das verändert?

 

Marie-Hélène de Cherisey: Ich war 20, als ich zum ersten Mal an Weihnachten mit meiner Familie nach Caux  fuhr und die Erfahrung einer Zeit der Stille hat mich sehr bewegt. Caux hat mein Leben verändert. Ich hatte das Gefühl, ein Blatt auf einem treibenden Fluss zu sein und konnte danach ein Baum mit starken Wurzeln werden. All diese Menschen verschiedener sozialer und religiöser Herkunft und dennoch verband sie etwas, das sehr stark und kraftvoll war.

Claire Tamano: Ich lernte IofC vor eineinhalb Jahren kennen. Ich hatte Bücher über den Holocaust gelesen und mich gefragt: "Haben diese Leute gemerkt, was auf sie zukam und was können wir in einer Zeit starken Extremismus tun?" Ich wollte etwas tun. IofC hat mich in dieser kurzen Zeit sehr verändert. Ich hoffe, dass ich weniger verurteile und mehr zuhöre. Es hat auch meine Beziehung zu meinem Sohn verändert. Ich sehe ihn mehr als Person, der ich zuhören muss. Die Zusammenarbeit mit dem Kinderforum verändert die Erfahrung mit der eigenen Familie.

 

Warum konzentriert sich IofC Frankreich auf junge Menschen und was bezwecken Sie damit? 

Marie-Hélène de Cherisey: Wir haben in Frankreich zwei Schwerpunkte. Erstens Kinder und ein Erwachen eines Bürgerbewusstseins. Zweitens der interkulturelle Dialog, der in Frankreich derzeit sehr wichtig ist. Als das Kinderforum 2012 auf der Grundlage der Pädagogik von Jonathan Levy ins Leben gerufen wurde, gab es schon Jugendprogramme, die sich auf eine Erziehung zum Frieden konzentrierten. Wir konnten Kindern stark machen, um zu handeln, z.B. um an den Europarat gegen Gewalt gegen Kinder zu schreiben. CATS hat das Leben verschiedener Kinder verändert. Kinder von Gefangenen entdeckten sich plötzlich als eigene Person. Dies stärkt eine Generation, die alles verändern könnte.

Claire Tamano: Wir denken bei Bürgerbewusstsein oft an ein Generationskonzept, aber man engagiert sich nicht in seinem Umfeld, weil man auf einmal 18 Jahre alt ist. Wenn man sich schon vorher als wichtiger Mitakteur im politischen Umfeld seines Landes fühlt, kann man entsprechend handeln. Kinder haben nicht immer recht, aber ihre Stimme ist wichtig. Wenn man einem Kind sagt, es müsse immer auf die Erwachsenen hören, kann es mit 18 nicht auf einmal seine eigene Stimme finden.

 

Was sind in Ihren Augen die grössten Herausforderungen der nächsten Generation?

Marie-Hélène de Cherisey: Vielleicht sollten wir uns fragen, was hinter unserem Handeln steckt? Die Technologie wird nicht alle unsere Probleme lösen.

Claire Tamano: Der Klimawandel. Manche Länder und Menschen haben Vorteile, aber jetzt müssen wir uns drastisch verändern, wenn wir überleben wollen. Die Menschen in entwickelten Ländern sagen oft, ihre Art zu leben müsse weiterbestehen. Als eine neue Generation müssen wir umdenken.

 

Lesen Sie das ausführliche Interview mit Marie-Hélène und Claire (in englischer Sprache) auf unserer Mitgliederseite xChange.