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Licht für Frieden und Entwicklung

Donnerstag, 13. Februar 2014

Christopher in Sambia muss jetzt mit seinen Hausaufgaben nicht mehr in Rückstand kommen (Foto: Steve Woodward (SolarAid))

Licht für Frieden und Entwicklung

Keith Neal war 23 Jahre lang Fachbereichsleiter Biologie an der Manchester Grammar School, bevor er 1999 in Rente ging. Er engagiert sich seit seinem Studium für IofC und arbeitet nach wie vor bei Projekten in Afrika mit.

Joseph Karanja ist hochqualifizierter Rechtsanwalt aus Kenia. Er ist seit mehr als 20 Jahren mein Freund. Er wuchs inEldoret, einer wichtigen Stadt im Westen Kenias auf. Er erinnert sich daran, wie schwierig es war, ohne elektrisches Licht zu Hause eine Schulbildung zu erhalten. Doch mit viel Entschlossenheit hat er es geschafft. Er ist ein hochintegerer Unternehmer, der entschlossen ist, Kenianern dabei zu halfen, Armut zu überwinden und ein zufriedenes Leben leben zu können.

Auch wenn seine Rechtsanwaltskanzlei in Nairobi ist, hat er doch nie die Armen und Heimatlosen seiner Herkunftsregion vergessen. 2007 war Eldoret das Epizentrum der Stammeskämpfe nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Trotz dieses düsteren Kapitels der Geschichte Eldorets haben sich viele Flüchtlinge der Umgebung in notdürftigen Unterkünften in und um Eldoret angesiedelt. Joseph, eine Kirche vor Ort und eine Gruppe von Geschäftsleuten arbeiten zusammen, um einer Gemeinde mit mehr als 400 Flüchtlingsfamilien zu helfen - das sind mehr als 2000 Menschen.

Vor einem Jahr erzählte ich Joseph von SunnyMoney, dem Handelszweig von SolarAid, der eine breite Palette von Solarprodukten verkauft, die auf die Bedürfnisse von Menschen abgestimmt sind, die keinen Zugang zum Elektrizitätsnetz haben. Solarlichter sparen Geld und reduzieren die Abhängigkeit von Kerosin und Kerzen.

Solarlichter gehören zu den Werkzeugen, die eingesetzt wurden, um dieser Gemeinde zu helfen. Erstaunliche Fortschritte wurden gemacht durch das Eingehen auf Bedürfnisse in den Bereichen Bildung, Arbeit und der Schaffung von Einkommen, doch dies wäre mit Sicherheit nicht ohne eine Strategie möglich gewesen, die sich darum bemüht, Frieden und Aussöhnung innerhalb der Gemeinde zu schaffen. Solarlichter waren überraschenderweise ein Schlüsselelement, um dies zu erreichen.

Durch Josephs Initiative wurden in Munyaka, einem sehr armen Teil Eldorets, Solarlichter ausprobiert. Diese Gemeinde ist ein Mikrokosmos der Bedürfnisse Kenias als Ganzem. Die Familien sind Angehörige von Stämmen, die ehemals Krieg gegeneinander führten und zwischen denen tiefes Misstrauen herrscht. Sie leben Seite an Seite, doch nur, weil es keine andere Unterbringungsmöglichkeit für sie gibt. Was sie verbindet, ist ihr Status als Flüchtlinge. Sie haben alles verloren. Manche Kinder sind Waisen und viele haben nur noch ein Elternteil.

Die Familie Sakala mit ihrer neuen Energiequelle (Foto: Steve Woodward (SolarAid))Joseph gründete ein Organisationskomittee, das unter der Leitung von Reverend Waweru mit der Munyaka Anglican Church of Kenya zusammenarbeitet.

Nur 10% der Bevölkerung Munyakas haben Zugriff auf das Stromnetz. Ein Stromanschluss kostet 245£, was sich die meisten, die arm sind und von Kerosin und Feuerholz abhängig sind, nicht leisten können. Diejenigen, die sich kein Kerosin kaufen können, haben nachts kein Licht und ihre Kinder können keine Hausaufgaben machen.

Das Projekt konzentriert sich auf diese 400 Flüchtlingsfamilien. Unter der Schutzherrschaft der Kirche gewährt das Organisationskomittee Frauen und Männern, die etwas unternehmen wollen, kleine Kredite (bis zu 28£), um Solarlichter zu kaufen. Das Komitee besteht aus 24 Frauen, die die Gemeinde vertreten.

Eine kleine Solarschreibtischlampe kostet rund 8.50£ und die stärkere Sun King Pro kostet 24£. Inzwischen werden 18 Sun King Pro-Lampen nachts von Frauen draussen eingesetzt, wo sie ihre eigenen Produkte verkaufen. Die Lichter können auch eingesetzt werden, um Mobiltelefone aufzuladen. Die Kredite werden durch die Profite, die gemacht werden, getilgt. Jeder, der einen Kredit aufnimmt, wird ermutigt, 14 Pence pro Tag auf die Seite zu legen, um den Kredit zurückzubezahlen.

Die Kredite sind nicht auf den Kauf von Solarlichtern beschränkt. Sie werden auch an Gemeindemitglieder verteilt, die vor Ort ein Geschäft aufmachen wollen.

Mehr als 260 Familien haben inzwischen ein Solarlicht.

Joseph Karanja sagt, die Solarlichter werden als Werkzeug für Frieden und Aussöhnung eingesetzt. Er schreibt:

"Unsere Gruppe setzt Solarlichter als Symbol des Friedens und der Entwicklung ein. Erstens: wenn eine Person auf einer Seite einen Schritt der Versöhnung unternimmt, bietet er oder sie der anderen Seite eine Lampe als Geschenk an. Das bedeutet, dass die Person, die Frieden möchte, transparent ist und die anderen nicht untergräbt. Es bedeutet, im Licht zu wandeln. Zweitens ist es ein Symbol der Reinheit. Im Gegensatz zu Kerosinlampen und Feuerholz, die Rauch ausstossen, ist Solarenergie eine saubere Energie. Es bedeutet, dass es keine weiteren äusseren Einflüsse geben wird, um einem Mitmenschen zu schaden. Hier bei uns verschmutzen Politiker, vor allem während der Wahlen, unsere Köpfe. Und zum Abschluss erhält der Empfänger durch das Geschenk einer Solarlampe die Möglichkeit, zu lesen und zu schreiben und einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachzugehen, so unbedeutend sie auch sein mag, was nützlich ist. Jede erfolgreiche Versöhnung motiviert sie, weitere Herausforderungen anzugreifen.

Unsere Gemeinde in Eldoret war früher zutiefst zerstritten, aber heute bemüht sie sich um Heilung und Versöhnung. Unsere Gemeinde arbeitet seit rund einem Monat eng mit einer grossen Anzahl Südsudanesen zusammengearbeitet, die in Eldoret leben, um sich mit ihnen auszusöhnen. Es wurden schon grosse Erfolge erzielt.

Wir haben es geschafft, im Dezember 2013 20 Solarlampen von SunnyMoney zu kaufen. Unsere Gemeinde wird sie Hirtengemeinen in Baringo, einem benachbarten Bezirk, stiften. Bis jetzt wurden schon 60 Lampen gestiftet. Der stellvertretende Gouverneur von Baringo, Mathew Tuitoek, organisiert den Besuch. Mitglieder der Gemeinde von Eldoret werden mit der aufgewühlten Bevölkerung von Baringo, die stark unter dem Problem der Viehdiebstähle leidet, von ihren Erfahrungen von Frieden und nachhaltiger Entwicklung reden."

of peace and sustainable development with the troubled communities of Baringo, who are infected with the disease of animal rustling.’ - See more at: http://www.iofc.org/lights-peace-and-development?bc=node/66987#sthash.Fy...