Aktuelle Berichte

Friedenszirkel in Kuwait

Montag, 6. September 2010

Asiya Mohammed, ehemalige Teilnehmerin des Caux Scholar-Programmes, die mit "Creators of Peace" in den USA und Grossbritannien gearbeitet hat, wurde eingeladen, unter der Schirmherrschaft des "Advocates for Western Arab Relations" (AWARE)-Zentrums, einer Nichtregierungsorganisation in Kuwait, die sich für mehr Verständnis und Dialogarbeit zwischen Ost und West einsetzt, einen Friedensstifter-Schnupperkurs abzuhalten. Mehr als 20 Frauen nahmen an der Einführungsveranstaltung teil und durch den Enthusiasmus der Teilnehmerinnen wurde Asiya ermutigt, den allerersten Friedenszirkel in Kuwait abzuhalten.  Während dieser Veranstaltung traf sie auch Asyah Riaz, ausgebildete Sozialarbeiterin aus Kopenhagen, die über einen grossen Erfahrungsschatz an Mediation und Frauenarbeit verfügt. Sie schlossen sofort Freundschaft und arbeiteten zusammen, um den ersten Kuwaiter Friedenszirkel zu organisieren und durchzuführen. 

Im Mai 2010 begann der erste Zirkel mit neun Teilnehmerinnen, die hauptsächlich aus der Expatriate-Gemeinschaft in Kuwait stammten. Gemeinsam vertraten sie verschiedene ethnische, nationale, religiöse Herkünfte und Alterklassen. Während manche erst seit kurzem in Kuwait waren, hatten sich andere zum Islam bekehrt und betrachteten nun Kuwait als ihre Heimat.

Vom ersten Friedenszirkel an reagierten die Teilnehmerinnen mit grosser Leidenschaft, als auf sehr perönlicher Ebene Verbindungen geschaffen wurden. Während der Veranstaltungen über Zerstörung von Frieden, Vergebung und dem Hören auf die innere Stimme wurden die Frauen oft zu Tränen gerührt. Während sie gegenseitig ihre persönlichen Geschichten austauschten und frei über den Kampf um Frieden sprachen, diskutierten sie offen über den Mangel an Vertrauen, Angst, Schmerzen und Unsicherheit. Gemeinsam lernten sie neue Techniken kennen, um Vertrauen aufzubauen und Friedensstifter innerhalb ihrer Familien, ihres Arbeitsplatzes und ihrer Umgebung zu werden.

Aus Moderatorinnensicht lernten Asiya und ich sehr viel von einander. Wir bemühten uns, neue Strategien wie einen meditativen Gang zum Hören auf die innere Stimme, das "Forum-Theater" und Malen einzusetzen. Wir entdeckten, dass dies sehr wichtige Werkzeuge waren, die es Frauen ermöglichen, sich selbst und Frieden auf einer tieferen Ebene zu entdecken.Durch Theater und Kunst wurden Frauen gestärkt und entdeckten ihre Fähigkeit, Veränderung in Konfliktsituationen zu schaffen. Durch inneres Hören bekamen die Teilnehmerinnen eine neue Perspektive und änderten ihren Blickwinkel gegenüber ihrer Rolle als Akteure der Veränderung.

Das beste Ergebnis dieses Zirkels war, dass jede Frau, die beiden Moderatorinnen eingeschlossen, eine tiefere Ebene erreichte. Einige erfuhren persönliche Veränderung und wussten, dass ihr neuer Ansatz zu Frieden jetzt durch das, was sie in den letzten sechs Wochen gelernt hatten, verändert sein würde. Für viele von ihnen hatte sich tief in ihnen etwas verändert und sie fühlten sich jetzt besser ausgerüstet, um Konflikte und innere Kämpfe auf friedliche Weise zu lösen.

Als "Mitbringsel" interessierten sich einige Teilnehmerinnen dafür, selber Moderatorinnen zu werden. Eine buchte sogar Tickets, um an den Sommerkonferenzen des Konferenzzentrums in Caux/Schweiz teilzunehmen. Eine andere fühlte sich dazu berufen, Friedenszirkel überall dort durchzuführen, wo immer sie auch auf der Welt arbeiten würde. Wieder eine andere beschloss, das, was sie beim Friedenszirkel gelernt hatte, nach Jahren der Trennung während eines Familientreffens weiterzugeben.

Wir beschlossen, nach dem moslemischen Fest "Eid ul Fitr" zu einem letzten Treffen in Kuwait zusammen zu kommen und es gibt für den HerbstFriedenszirkel inzwischen schon eine Warteliste. Als Moderatorinnen hat der Kuwait-Friedenszirkel mit Sicherheit unser Leben verändert und das der Frauen, die daran teilgenommen haben.

Bericht der Ausbilderinnen Asiya Mohammed und Asyah Riaz