Menschen - Geschichten - Berichte

Friedensstifter-Kreis in Rumänien

Freitag, 10. Dezember 2010
Author: 

Frieden (=Peace) ist: (von Alina Stavila)

Perfect time for reflection
Earning a time for myself
A lot of smiles, a lot of sharing special things
Creating a special ambiance and feelings
Evaluating the world problems, the people problems and finding a solution.

=

Perfekte Zeit zum Nachdenken
Zeit für mich selber frei machen
Viel Lächlen und Austausch von besonderen Dingen
Eine besondere Atmosphäre und Gefühle schaffen
Probleme dieser Welt und der Menschen betrachten und Lösungen finden

Freitag, der 25. November 2010. Shabibi Shah und Su Riddell aus Grossbritannien reisten nach Rumänien, um Diana Damsa zu helfen, einen Friedensstifter-Wochenendkurs zu organisieren. In Dianas Wohnung in Baia Mare trinken wir Tee, bringen unsere Ideen ein und sehen den grossen Schneeflocken draussen zu. Sogar das Wetter hilft mit, die verschiedenen Ecken Europas zu vereinen, denn es schneit auch in Grossbritannien.

Von links nach rechts: Christina, Simona, Olimpia, Alina, Shabibi (Foto: Diana Damsa)Wir fahren auf das Land zu einem Chalet, umgeben von bewaldeten Hügeln, Obstgärten, dickbäuchigen rumänischen Heuhaufen und dem Geruch von Holzfeuerrausch in der Luft. Unsere 10 Teilnehmerinnen kommen von der Arbeit oder dem Studium, bereit, den Kurs nach einer Tasse Hagebutten-Tee zu beginnen.

 Wir stellen uns vor und legen die Faktoren fest, die es erlauben werden, einen sicheren Rahmen zu erstellen, in dem wir reden und austauschen können. Wir sind uns bald einig über die Grundlagen, wie Respekt, Zuhören und Handys abschalten. Viele in der Gruppe sind Lehrerinnen, vielleicht sind sie deshalb so gut darin! Wir fangen an, einander zu entdecken und unser eigenes Bild von Frieden. Bald gehen wir zu praktischeren Details einer friedlichen Gesellschaft über, dem Erfüllen unseres Bedürfnisses nach Sicherheit, Arbeit, dem Gesundheitswesen usw. Wir erfahren jetzt, wie unsere Freunde die Welt und ihre Bedürfnisse sehen. Cristina Eni, die den Nachtbus aus dem benachbarten Moldavien genommen hatte, um dabei zu sein, schreibt: "Ich dachte sofort an den Frieden auf der Welt; daran, was den Frieden stört; was Frieden für mich bedeutet. Aber ich dachte nicht an meinen eigenen Frieden. Und für mich macht das jetzt absolut Sinn - Frieden kommt von innen. Er beginnt, indem man sich selbst kennt. Frieden finden, indem man sein Leben aus der Perspektive von Werten betrachtet: Liebe, Ehrlichkeit, Reinheit und Selbstlosigkeit. Die Wut und den Hass in uns selbst durch Vergebung loswerden. Aus den Lektionen des Lebens lernen."

Gruppen-Collage über Frieden (Foto: Diana Damsa)Am Samstag und Sonntag gehen wir den Friedenszirkel-Prozess durch, sprechen über Sorgen, auf jeder Ebene - der persönlichen Ebene und auch weltweit. Wir überlegen, wen wir beeinflussen können, zumindest auf kleine Art und Weise, während wir verschiedene Elemente untersuchen, wie wir ein Friedensstifter werden können: anderen gut zuhören, auf die innere Stimme hören, Werte als Filter für unsere Entscheidungen nehmen und die Notwendigkeit, uns selbst und anderen zu vergeben. Auf die Bemerkung hin, dass Rumänen die Tendenz haben, viel zu unterbrechen, verbringen wir Zeit dafür, an der Fähigkeit des Zuhörens zu arbeiten. Gabi Sebestyen schreibt: "Das Konzept von 'Frieden' hat für mich an diesem Wochenende so viele verschiedene und tiefe Bedeutungen gewonnen. Ich denke, mir ist bewusst, dass ich meine Fähigkeiten, zuzuhören ausbauen und versuche muss, offener für die Probleme und Blickwinkel anderer Menschen zu einem Problem zu sein."

Sonntagsfrühstück (Foto: Diana Damsa)Am Ende des Wochenendes verbringen wir Zeit damit, noch einmal unsere Sorgen zu überdenken und an die zukünftigen Schritte zu denken, wie klein sie auch sein mögen, um etwas positives dagegen zu tun. Während alle in kleinen Gruppen über diesen letzten Punkt diskutieren (dies alles findet auf rumänisch statt),ist es schwierig,  von Ergebnisse zu berichten. Wir erfahren, dass eine Gruppe eine lebhafte Diskussion darüber hatte, was sie in der Schule, in der mehrere von ihnen arbeiten, ändern möchten. Eine der Teilnehmerinnen, Simona Torotcoi, gehört der Roma-Gemeinschaft an und am Anfang der Veranstaltung machte eine der Teilnehmerinnen, ohne sich dieser Tatsache bewusst zu sein, eine verallgemeinernde Bemerkung über ihr Volk. Später entschuldigte sich diese Teilnehmerin spontan und ehrlich. Als sie nach ihrer Wertung des Wochenendes gefragt wird, schreibt Simona: "Liebe Freunde der 'Friedensstifter'. Ich möchte, dass ihr wisst, dass diese Aktion mich (Simona - eine Roma) dazu gebrachthat, nicht mehr so selbstsüchtig in meinem Leben zu sein. Ich habe hier erkannt, dass ich eine innere Kraft habe, dass ich mehr tun kann, als ich dachte, dass ich diejenige bin, die beginnen kann, Dinge zu verändern und zu verbessern. Ich habe erkannt, dass ich den Menschen überall auf der Welt nâher sein kann, auch wenn grosse Distanz zwischen unsliegt und dass die Tatsache, dass ich den Menschen auf der Welt Gutes tue, mir mehr Kraft und inneren Frieden gibt.Ich hoffe, ich werde mein Volk, die Roma, dazu bringen, sich selbst und den Menschen um sie herum zu beweisen, dass wir es wert sind, dass die Menschen uns mit anderen Augen ansehen und uns so akzeptieren, wie wir sind."

Simona, Dana und Paula (Foto: Diana Damsa)Montag 28. November. Wir sitzen wieder in Dianas Wohnung und schreiben diesen Bericht. Wir machen mehrere Sachen gleichzeitig: Shabibi strickt, Su tippt und Diana kocht Abendessen. Wir überlegen auch, wie wir in Kontakt bleiben können. Im Gespräch geht es darum, für wen ein Besuch in Caux (dem internationalen IofC-Konferenzzentrum in der Schweiz) hilfreich sein könnte, wie Geld durch den Verkauf von afghanischem Essen verdient werden könnte und Dianas zukünftige Friedenskreispläne. Shabibi fasst ihre Zeit in Rumänien zusammen: "Ich reise nicht viel und gesundheitlich geht es mir nicht besonders. Ich habe viel Spass mit Dianas Mutter und ihrem Hund und daran, eine andere Art zu leben kennenzulernen. Der Friedenskreis ist für mich ein Moment, der mich auf eine höhere Ebene des Denkens bringt. Im Alltag ist man mit dem Leben, Kochen, Einkaufen, Geld, Ausgehen beschäftigt. Ich geniesse die Friedenskreise, weil ich nicht an den Alltag denke und mein Denken sich auf einer sehr positiven und hohen Ebene befindet (was normalerweise nicht der Fall ist). Die Gruppe war sehr freundlich und alle sprachen Englisch und sagten, was sie dachten. Sie vertrauten uns und sprachen offen mit uns. Natürlich waren sie am Anfang nervös und als ich meine Geschichte erzählte, gewannen sie Vertrauen. Viele von uns haben kein Vertrauen. Zumindest werden sie im Frieden mit sich selbst zurückgehen. Wir haben dieser Gruppe Gedankennahrung gegeben; Wir haben es geschafft, zu erklären, was 'Frieden' ist und es ging tief in alle Herzen. Und wenn es nur das ist, so haben wir ihnen in diesen drei Tagen etwas zum Nachdenken gegeben."

Monica, Shabibi und Cristina (Foto: Su Riddell)

Das letzte Wort sollte einer anderen Teilnehmerin, Olimpia Pop, gehören: "Wir sind alle auf unsere Art und Weise perfekt, weil unsere Lebenserfahrung uns menschlicher machen und uns helfen, zu verstehen, dass es kein trauriges Ende gibt. Wir können die hässlichste Sache durch Verständnis, Liebe und ständigen Kampf in einen wertvollen Diamanten verwandeln."