Aktuelle Berichte

Friedensstifter-Workshop in Südafrika

Donnerstag, 5. Mai 2011

Im März wurden in Pretoria, Laudium und Ventersdorp Workshops durchgeführt. Jeder Workshop stellte uns vor neue Herausforderungen.

Portia und Cleo mit Mitarbeitern des Friseursalons und Besitzerin Hannelie Minnie (Foto: Jackie Euvrard)Da war der Schönheits- und Friseursalon im Herzen eines Vororts von Pretoria, in den "Peace Circle" von der Besitzerin eingeladen wurde, über fünf Wochen hinweg sowohl für die Mitarbeiter, die aus persönlichen Gründen zerstritten waren als auch für sie selbst einen Workshop durchzuführen.

Die Gruppe war sehr religiös, was eine Herausforderung darstellte, da es galt, Wege zu finden, hinter die Fassade zu gelangen, die einige aufgebaut hatten, um ihre wahren Gefühle zu verstecken.

Im Laufe des Workshops begannen sie, sich selbst und ungelöste Probleme, die es in ihrem persönlichen Leben noch gab und die ihre Leistung am Arbeitsplatz und die Beziehungen, die ihnen im Augenblick in ihrem Leben wichtig waren, beeinflussten, besser zu verstehen.

Am Ende des Workshops setzten sich zwei Kolleginnen zusammen, klärten die Unstimmigkeiten zwischen ihnen und als Mittel, das zu halten, was sie als Gruppe gelernt hatte, stellten sie eine Team-Charta zusammen, die jetzt im Friseursalon hängt.

White Blocks ist eine Art Industriegebiet in Laudium mit einer hohen Arbeitslosenrate, mangelndem Vertrauen in die Gemeinde, einem grossen Drogenproblem und den Jugendlichen fehlt es an Motivation und Mut, sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Hinzu kommt noch, dass die Polizei nur wenig Kooperation zeigt.

Die Teilnehmer brachten zum Ausdruck, wie hoffnungslos und niedergeschlagen sie sich angesichts all dieser Herausforderungen fühlten. Der einzige Weg, wie wir ansatzweise helfen konnten, lag darin, Fähigkeiten zu vermitteln, damit umzugehen, um ihnen Stärke zu geben, neuen Mut und wieder Hoffnung zu finden.

Rollenspiele ermöglichten es, einige wichtige Momente, die sich in der Realität in der Gemeinde oder zu Hause abspielen, durchzugehen. Eine Teilnehmerin sagte: "Ich fühle mich innerlich erleichtert, weil ich mich auf eine Art und Weise ausgedrückt habe wie nie zuvor."

Eine Grossmutter hatte eine Verbotsverfügung gegen ihre Enkelin erwirkt. Keine der beiden wusste, dass die andere zum Workshop eingeladen worden war. Die Enkelin entschuldigte sich für die Respektlosigkeit gegenüber ihrer Grossmutter, die sie unter Drogeneinfluss beschimpft und beleidigt hatte. Freudentränen wurden vergossen, als wir sahen, wie Versöhnung und Vertrauen wiederhergestellt wurden.

Grossmutter (linkes) und Enkelin (3. von links) (Foto: Jackie Euvrard)Einige der Teilnehmerinnen fanden den Mut, Initiativen durchzuführen, die ihnen wichtig erschienen. Die gemeinsamen Tage waren der Beginn eines langen Weges zu Erneuerung, dem Aufbau von Vertrauen und dem Gang von Hoffnungslosigkeit zu Hoffnung.

Eine dynamische Gruppe schwarzer Pastorenfrauen verschiedener Konfessionen luden "Peace Circles" ein, in Ventersdorp, einer Stadt, die unter Spannungen zwischen den Rassen gibt, einen Workshop durchzuführen. Auf die Frage "Wenn Sie in den Schuhen der Weissen in der Stadt stecken würden, wie würden Sie mit der Situation auf positive Weise umgehen?" stellten sie eine Liste zusammen. Ganz oben auf der Liste stand: "Wir würden uns für das, was wir falsch gemacht haben, entschuldigen."

Workshop im Haus einer Teilnehmerin (Foto: Jackie Euvrard)Im Laufe der zwei Tage erhielten wir Einblicke in persönliche Kämpfe, Verletzung, Wut und Schmerzen, mit denen sich die Teilnehmerinnen auseinandersetzten oder dachten, sie hätten sie schon hinter sich gebracht. Am Ende des Themas "Die Kraft der Vergebung" schrieb jede auf ein Stück Papier, was sie hinter sich lassen wollte, das dann als Symbole des "Loslassens" und der Übergabe an Gott verbrannt wurde.

Als Gruppe treffen sie sich einmal im Monat, um Gottes Weg nach vorne zu suchen. Einer der ersten Pläne, die sie haben, ist die Organisation einer Frauenkonferenz am 9. August in Ventersdorp. Ein mutiger Versuch!

Könnte es der Beginn dessen sein, was notwendig ist, um mit der historischen Vergangenheit der Stadt zu brechen und eine gemeinsame Zukunft zu finden? Wir vertrauen darauf und hoffen es.

Portia Mosia
Cleo Mohlaodi
Jackie Euvrard