Aktuelle Berichte

Junge Osteuropäer für mehr Zusammengehörigkeit und Engagement

Samstag, 31. März 2012

 

von Angela Starovoitova F4F-Regionaltreffen 2012 Baia Mare (Foto: Patrycja Pociecha)

Das alljährlich stattfindende Regionaltreffen von Foundations for Freedom (F4F) fand vom 23.-25. März 2012 in Baia Mare/Rumänien statt. Veranstalter war der Club für junge Führungskräfte (CYL). F4F ist eine Programminitiative von Initatives of Change mit Sitz in der Ukraine, die sich dafür einsetzt, Vertrauen in der Gesellschaft  vor allem durch junge Führungspersönlichkeiten aufzubauen. CYL ist eine weitere Initiative von Initiatives of Change mit Clubs in Rumänien und der Ukraine. Das Treffen machte es möglich, diese verschiedenen Gruppen und Teams an einen TIsch zu bringen, um sich gegenseitig kennenzulernen, Arbeitstechniken auszutauschen und gemeinsame Aktionen für das kommende Jahr zu planen.

24 Teilnehmer zwischen 21 und 87 Jahren waren beim Treffen dabei. Sie kamen aus dem F4F und IofC-Netzwerk aus verschiedenen Teilen der Ukraine, Moldawien, Lettauen, Deutschland, Polen, Frankreich, Grossbritannien und Rumänien. Anwesend waren ausserdem ein paar Gäste von Partnerorganisationen wie InMOE (Initiative für Zentral- und Osteuropa mit Sitz in Deutschland), GFPS-Polska (Wissenschafts- und Kulturgesellschaft, Polen) und Rotaract (Rumänien). Die Anwesenheit einiger "Ältester", Claude Bourdin aus Frankreich, David Curtis und Miles Paine aus Grossbritannien, bereicherte das Treffen durch ihren reichen Erfahrungsschatz und Berichte aus der Vergangenheit.

Miles Paine (links) und Dima Pritulenko (Foto: Yulia Krivosheina)Durch diese breite Palette von NGOs, Initiativen und Ländern, die beim Treffen vertreten waren, schufen die Organisatoren für die Teilnehmer die Gelegenheit, 50 Aktivisten und NGOs in Baia Mare zu treffen. Dem sehr lebhaften öffentlichen Treffen und eine Diskussion im Konferenzsaal der öffentlichen Bücherei ging ein "NGO Marktplatz" voraus, bei dem verschiedene Organisationen Stände aufgestellt hatten und sich vorstellten. Der Raum war spürbar gefüllt mit dem Geist des Austauschs, des Nachdenkens, der DIskussion und persönlicher Berichte zum Thema des sozialen Engagements und der Verantwortung als Bürger.

"Freiheit geht Hand in Hand mit Verantwortung.", sagte Olga Dyatel vom Club der jungen Führungskräfte in Crimea, Ukraine. Ihre Bemerkung, die im Laufe der Vorstellung des CYL und dessen Notwendigkeit, fiel, inspirierte mehrere Leute im Publikum durch ihre frische Ansicht über Demokratie und die Rolle junger Menschen bei deren Aufbau.

Vertreter von InMOE sprachen über ihre Arbeit, mit der sie NGOs dabei unterstützen, durch Bildungsprojekte und das Angebot internationaler Partnerschaften für "junge" NGOs Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ihre Tätigkeit benötigen. Es war ihnen wichtig, neue Verbindungen mit Aktivisten in Rumänien zu knüpfen. Es gab eine Gruppendiskussion darüber, wie man Menschen dazu bringt, sich sozial verantwortlich zu engagieren. Unter anderem wurde vorgeschlagen, man brauche eine positive Einstellung, die Vorteile verantwortungsbewussten Verhaltens sollten aufgezeigt werden und die Beiträge anderer anerkannt werden. Um diese sozialen Engagements aufrecht zu erhalten brauche man Vorbilder und Verantwortungsbewusstsein müsse eine Grundeinstellung werden, ebenso wie eine gesunde Balance im Leben und das Einplanen von Pausen.

Einer der Teilnehmer der öffentlichen Veranstaltung schrieb als "Dankeschön" auf ihrer Facebook-Seite: "Heute wurde ich daran erinnert, warum ich begann, mit Menschen (vor allem Jugendlichen und Kindern) zu arbeiten. Ich erinnerte mich daran, dass ich, wenn ich etwas verändern will, zuerst mich selber veränndern muss. Danke dafür, dass ich die Möglichkeit erhielt, mir dessen wieder bewusst zu werden."

Diana Damsa (Rumänien) und Angela Starovoitova (Ukraine) sprechen bei einer öffentlichen Veranstaltung (Foto: Andrea Achim)

Nach der öffentlichen Veranstaltung wurden die nächsten Tage damit verbracht, die aktuelle Situation des F4F-Netzwerks, seine Stärken und Schwächen zu analysieren. Einige Pläne und Ideen für 2012, die ausgetauscht wurden, handelten von einer Bildungsreise nach Lothringen (Frankreich), einer Woche des Vertrauens in der Krim-Region (Ukraine), einem Aufbaukurs in Leadershiptraining in Moldawien, einem Freiwilligenprogramm in Baranivka (Ukraine), einem Dialog über Heilung der Vergangenheit und verschiedene Möglichkeiten während der IofC-Jahreskonferenzen in Caux/Schweiz.

Die Gruppe sprach auch über Kooperationsverbesserungen durch gemeinsame Aktionen 2012. Verschiedene Ideen wurden vorgebracht, unter anderem einige konkrete Vorschläge,wie Internetressourcen für den Fluss von überregionaler Kommunikation durch die Entwicklung des Einsatzes von sozialen Netzwerken und Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden können. CYL Krim und CYL Rumänien begannen, einen überregionalen Austausch zu planen. InMOE und F4F haben vor, im September 2012 einen weiteren interkulturellen Kurs für fünf Länder durchzuführen. Die F4F-Managementgruppe wird ein Informationsblatt für F4F-Newcomer zusammenstellen, das seine Struktur, Hauptwerte und grundlegenden Handlungsprinzipien zusammenfasst. Mentorenmöglichkeiten und -systeme werden für F4F-Mitglieder und Freiwillige ausgearbeitet. Weitere Pläne beinhalten Sommer- und Wintercamps, Kreativcamps, Teamaufbauaktivitäten und -austausche und die Entwicklung eines Internprogramms innerhalb von F4F.

Pläne schmieden für die Zukunft(Foto: Yulia Krivosheina)

Claude Bourdin und David Curtis schafften es ausserdem, eine Landwirtschaftskooperative vor Ort zu besuchen und sie für eine Kooperation mit dem IofC-Landwirtschaftsdialog zu gewinnen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Landwirtschaftsdialog und dem F4F-Team wird sich durch eine neue Synergie, die zwischen dem Trainingsprogramm von F4F und den Bedürfnissen der Landwirtschaftsdialogsinitiative entdeckt wurde, noch verstärken. Es werden Pläne für eine Kollaboration für eine Veranstaltung in Ostafrika im November diesen Jahres geschmiedet.

Der auffallendste Punkt des Treffens war jedoch, so die Teilnehmerauswertungen, die Atmosphäre der "Offenheit", das Entstehen von Freundschaften, das Singen mit der Gitarre, die gegenseitige Inspirierung und das Entstehen von Ideen für die Verbesserung der Netzwerkstruktur und eine zukünftige Kooperation zwischen den Regionen. Es war eine jener seltenen Momente, bei dem die Teilnehmer das Gefühl hatten, genügend Zeit zu haben, grosse und kleine Dinge zu besprechen. Und bei dem sie bei der Abreise wussten, was sie 2012 im Bezug auf F4F tun würden.

Die nächste Veranstaltung von F4F wird ein Workshop für ethische Leitung in Baia Mare/Rumänien und eine Bildungsreise nach Lothringen/Frankreich zum Thema "Ein Generationsübergreifender Ansatz für Europa: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft" sein.

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