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Gemeinschaften können die Welt verändern!

Sonntag, 5. August 2012

Brian Lightowler

Brian Lightowler, Autor von "Corruption: Who Cares?"(Korruption: Na und?) und "Abseilen ins Unbekannte" schreibt über ein neues Buch von Dave Andrews und darüber, wie Gemeinschaften die Welt verändern können.

Dave Andrews und seine Frau Ange folgen einem revolutionären und erfrischenden Lebensansatz und sein neues Buch "Durch und durch" (Out and out) spiegelt diesen wieder. Als ich Dave zum ersten Mal traf, sagte er im Laufe der Unterhaltung, er hätte als junger Mann die Bibelgeschichte von dem jungen reichen Mann gelesen, der Jesus fragt, was er tun solle. Jesus antwortete ihm: "Verkaufe alles, was du hast und gib das Geld den Armen und komme und folge mir nach." Dave sagte, er hätte damals den theologischen Ansatz, die Bibel neu zu interpretieren, noch nicht gekannt und nahm den Abschnitt wörtlich und persönlich. Und so verkauften er und seine Frau ihr Haus und gingen 15 Jahre lang nach Afghanistan, Pakistan und Indien, um in armen Gegenden unter oft schwierigen Umständen den Armen zu dienen.

Heutzutage fühlen sich Millionen von Menschen zu Massenbewegungen hingezogen, um die Gesellschaft und die Welt zu verändern -einige durch politischen und öffentlichen Druck, andere durch Überredung und starke Fürsprache und einige durch Gewalt. In "Durch und durch" zeigt Andrew einen besseren und effektiveren Weg auf, unterstützt durch überzeugende Beweise sowohl aus persönlichen Erfahrungen als auch aus der internationalen Politik. Im Zentrum steht, so der Autor, der Aufbau von Gemeinschaft. Er spricht aus seiner Erfahrung als überzeugter Christ, aber nicht so, dass er Menschen anderer Glaubensrichtungen oder Menschen, die nicht glauben, ausschliesst oder sie nicht anspricht. Er zeigt Schritt für Schritt auf lebendige und bodenständige Weise, wie er und seine Frau nach ihrer Rückkher aus Asien sich in Westbrisbane daran machten, eine Gemeinschaft aufzubauen.

Out and Out - Buchumschlag (Foto: Web graphic) Er schreibt: "Die meisten Bemühungen, Veränderungen in der Gesellschaft zu erreichen bringen auf lange Sicht hin nichts, da es den Gruppen, die sich dafür engagierten, an Geldern oder Mitgliedern mangelte. Die meisten scheitern auf Grund von Machtkämpfen, die die Selbstzerstörung der Gruppen verursachten. Die Menschen, die sich engagierten, hatten weder genügend Kraft, sich selbst, geschweige denn die Gesellschaft zu verändern. Darum lehrte Christus, das Wichtigste für Gruppen, die etwas verändern möchten, sei die Entdeckung der Kraft, ihre Angelegenheiten so in die Hand zu nehmen, dass jeder dazu beitragen kann."

Dave AndrewsEines der vielen Beispiele, die er aus Westbrisbane, einer buntgemischten, multikulturellen Gemeinde in der Nähe von Brisbanes CBD, anführt, ist die Geschichte einer Gruppe von Hausbesetzern, denen die Ausweisung und der Abriss des Hauses, das sie besetzten, durch Planierraupen drohte. Andrews und seine Gruppe besuchten die Hausbesetzer regelmässig und lernten eine Menge über die "Kunst, in einem städtischen Slum zu überleben". Sie diskutierten mit ihnen darüber, wie ihre Zukunft langfristig aussehen könnte. Als die Ankunft der Planierraupen bevorstand, wurde viel darüber geredet, was man tun könnte - beispielsweise Backsteine durch die Fenster der Polizeistation zu werfen. Schliesslich entschieden die Hausbesitzer, dies würde ihrer Sache nichts nützen und kamen überraschenderweise untereinander zu dem Entschluss, die Polizei auf eine Tasse Tee einzuladen. Daraufhin wurde eine Art Waffenstillstand abgeschlossen. Die Hausbesetzer erklärten sich bereit, keine Ärger mehr zu bereiten und Polizei versprach, die Hausbesetzer nicht mehr zu verprügeln. Trotzdem war das Problem langfristig noch nicht gelöst worden.

Ein Jahr später beschloss der Stadtrat, Westbrisbane zu säubern und befahl den Hausbesetzern, das Stück Land, auf dem sie lebten, zu verlassen. Sollten sie ablehnen, würden wahrscheinlich die Planierraupen kommen. Sie besprachen in aller Eile die Situation. In der Hitze und Frustration des Gefechts fragte jemand: "Was würde Jesus tun?" Sie hätten sich auf keinen Fall als christliche Gruppe angesehen. Das Neue Testament befasst sich natürlich nicht mit dem Problem von Hausbesetzern, denen die Planierraupe droht, aber nichtsdestotrotz schlug jemand das Gleichnis von der alten Witwe vor, die aus Verzweiflung an die Tür eines Richters klopft, damit ihr Gerechtigkeit zuteil würde. Die Hausbesetzer beschlossen, sie würden an die Tür des Stadtrats klopfen, um nach einer gerechten Lösung für ihr Problem zu suchen. Sie erstellten eine Petition an den Stadtrat und schafften es, Unterstützung der Öffentlichkeit zu erhalten. Schliesslich gab ihnen der Stadtrat Land und Häuse, in denen sie leben konnten und bezahlte die Kosten für ihren Umzug<1

Dieses Ereignis hatte weiterreichende Auswirkungen. Der Umzug öffnete neue Türen und Verbesserung für die Gemeinde im weiteren Sinne. Andrews kommentiert: "Im Zentrum all dieser Aktivitäten war eine Gruppe der Gemeinde, die sich daran erinnerte, dass persönliches Wachstum und soziale Veränderung zustande kam, weil sie dem Plan Gottes in Person von Jesus gefolgt waren."

Andrews geht auf viele weltweite Initiativen im Bereich Gemeinschaftsbildung ein. Auf internationaler Ebene schreibt er detailliert über die Rolle Frank Buchmans und anderer in der Moralischen Aufrüstung (jetzt Initiatives of Change) bei der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Er zitiert seinen Freund Jeff Fountain, den Direktor des Schuman-Zentrums für Europäische Studien, dessen gründliche Forschungen zeigten, wie Westeuropa in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg neu geordnet wurde und welche Rolle die MRA dabei spielte. Fountain spricht davon, dass Robert Schuman, damals französischer Aussenminister, in der Einführung von "Remaking the World", einer Sammlung von Buchmans Reden, schrieb, Staatsmänner seien beim "Neuschaffen der Welt" nur bis zu einem gewissen Grad erfolgreich gewesen und sagte weiterhin: "Was die Moralische Aufrüstung jedoch dazu beisteuert, ist eine in Handeln umgesetzte Lebensphilosophie."

Andrews schreibt ausserdem über die Zusammenarbeit von IofC mit den nigerianischen Friedensstiftern Imam Ashafa und Pastor Wuye. Diese beiden Männer bekämpften sich früher mit Gewalt, versöhnten sich und engagierten sich für eine Versöhnung ihrer Gemeinschaften. Jetzt arbeitet IofC mit ihnen daran, ihre Erfahrung in Gebieten auf der ganzen Welt, die von Problemen heimgesucht sind, weiterzugeben. Andrew erklärt, "einige der besten Antworten auf die Frage, wie mitten im Krieg Frieden geschaffen werden kann, werden in Afrika entwickelt."

Er schreibt, die 12-Schritte-Bewegung sei ein direkter Ableger von Buchmans Arbeit inden USA in den Jahren vor dem Krieg. Die Anonymen Alkoholiker mit inzwischen 87 000 Gruppen rund um die Welt und ihr Ansatz werden inzwischen in vielen anderen Bereichen menschlicher Nöte, wie bei den Anonymen Spielern, angewandt.

Ob Gemeinschaftsbildung oder die Veränderung der Welt einen nun fesselt oder nicht, "Durch und durcht" ist ein Buch, das sich zu lesen lohnt. Es ist radikal und herausfordernd, da es nicht die Theorie, Theologie oder akademische Überlegung einer Person ist, sondern die Geschichte und der Ausdruck von Überzeugungen auf der Grundlage von Erfahrungen. Diese Erfahrungen waren manchmal hart zu verdauen und es gab auch Rückschläge, aber sie ermöglichten auch grosse Schritte nach vorne und Freude für Menschen und ganze Länder.

Out and Out; Mosaic Press, Canada
ISBN 9781743241356; RRP A$26.95
Erhältlis in Australien über Booktopia online und im Handel

Brian Lightowler lebt in Brisbane/Australien. Er ist der Autor von "Korruption - Na und?" und "Abseilen ins Unbekannte".

ANMERKUNG: Einzelpersonen vieler Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Glaubensrichtungen sind zur Zeit im Rahmen von Initatives of Change aktiv. Dieser Kommentar repräsentiert die Ansichten des Autors/der Autorin und nicht automatisch die von Initiatives of Change als Organisation.