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Die Herausforderung menschlicher Sicherheit

Montag, 1. April 2013
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Die Herausforderung menschlicher Sicherheit

John Bond schreibt über das wachsende weltweite Zugeständnis, dass Sicherheit nich nur eine Frage von Armeen und Bündnissen ist und beschreibt in diesem Artikel, der ursprünglich in der Oxford Human Rights Hub veröffentlich wurde, die Arbeit des "Caux-Forums für Menschliche Sicherheit".

John BondIm September 2012 verabschiedete die UNO-Vollversammlung eine Resolution zu Menschlicher Sicherheit" und nanne dies einen Ansatz zur Unterstützung von Mitgliedsstaaten", "um ihnen bei den weitverbreiteten Herausforderungen zum Überleben, Unterhalt und der Würde ihres Volkes zu helfen."

Dies zeigt weltweit das wachsende Zugeständnis, dass Sicherheit nicht nur eine Frage von Armeen und Bündnissen ist. In vielen Ländern helfen diese Faktoren nur wenig, um die Unsicherheit, in der die Einwohner leben, zu beseitigen. Despotismus, Korruption, Umweltprobleme, Armut sind alles Gründe für Spannungen und Konflikte. Nationale Sicherheit hängt letztendlich von menschlicher Sicherheit ab - nämlich davon, jedem Menschen das Gefühl zu geben, sicher zu sein.

Viele Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Regierungen und Einzelpersonen haben mit diesen Aspekten von Sicherheit zu kämpfen. Leider wird ihr Beitrag bei der Verteilung von Ressourcen nur allzuoft unterbewertet. Bedrohungen der nationalen Sicherheit tendiren dazu, mehr Einfluss auf die Politik zu haben.

Doch es gibt in diesem Bereich Veränderungen, die teilweise auf das Anwachsen der sozialen Medien zurückzuführen sind. In den Ländern des Arabischen Frühlings entdecken die Bürger durch Organisationen wie Avaaz, wie ihre gemeinsame Stimme die Politik ihres Landes gestalten kann. Menschliche Sicherheit ist eine Konsequenz diess Trends. Die Resolution der Vollversammlung stellt fest: "Menschliche Sicherheit erfordert grössere Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Regierungen, internationalen und regionalen Organisationen und der Zivilgesellschaft."

Auf grösseres Engagement folgt grössere Verantwortung. Das Caux-Forum für Menschliche Sicherheit, das 2008 gegründet wurde, versammelt jährlich mehrere hundert Vertreter von Regierungen und der Zivilgesellschaft in Caux/Schweiz, mit dem Ziel, Vertrauen zu schaffen und Fähigkeiten zu entwickeln, die es möglich machen, Ansätze der Menschlichen Sicherheit erfolgreich umzusetzen.

Das  Forum wurde von Botschafter Mohamed Sahnoun, dem ehemaligen Sonderberater des Un-Generalsekretärs Kofi Annan, gegründet.  Sahnoun erkannte die Notwendigkeit, Menschliche Sicherheit als praktikabel und moralisches Imperativ begreifbar zu machen. Er erhielt hierin die Unterstützung vieler öffentlicher Persönlichkeiten. Der ehemalige australische Premierminister Kevin Rudd sagte im vergangenen Jahr: "Das Caux-Forum bemüht sich, ohne zu entschuldigen, eine ethische Dimension in den öffentlichen Raum der Politik zu injizieren."

Das Forum befasst sich durch fünf Komponenten mit Menschlicher Sicherheit:  gerechtem Regieren, einer Wirtschaft, die alle einschliesst, dem Heilen von Wunden der Vergangenheit, dem interkulturellen Dialog und einem nachhaltigen Lebensstil. Jede einzelne bietet Gelegenheiten für kreative Initiativen auf allen Ebenen, sowohl durch Einzelpersonen als auch durch Regierungsprogrammen.

Diese Initiativen benötigen vielerlei Kapazitäten. Die Caux-Foren konzentrieren sich vor allem auf die Einstellungen und Beziehungen, die gemeinsame Ansätze möglich machen. Sie bringen Menschen verschiedenster Herkunft an einen Tisch und ermöglichen es den Teilnehmern, zu entdecken, wie über kulturelle, religiöse, wirtschaftliche und philosophische Unterschiede hinweg zusammengearbeitet werden kann. Forum-Teilnehmer arbeiten inzwischen mit der südsudanesischen Regierung an einem Fünfjahresprogramm für nationale Aussöhnung. In den Sahel-Ländern gibt es Projekte zur Wiedergewinnung von Land, im östlichen Europa wird am Dialog zwischen gegnerischen Fraktionen in angespannten Situationen gearbeitet. Über diese und viele andere Aktionen kann in den Konferenzberichten des Forums nachgelesen werden.

John Bond OAM ist der Koordinator des Caux-Forum für Menschliche Sicherheit. Dieser Artikel wurde ursprünglich am 8. März 2013 in der Oxford Human Rights Hub veröffentlicht.

HINWEIS: Menschen unterschiedlicher Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Glaubensrichtungen engagieren sich aktiv für Initiatives of Change. Diese Kommentare spiegeln die Ansichten der Autoren wieder und nicht unbedingt die Ansichten von Initiatives of Change als Ganzem.