Aktuelle Berichte

Jugendseminar in Brandenburg: Vertrauen aufbauen über kulturelle Schranken hinweg

Montag, 9. September 2013

Jugendseminar in Brandenburg:  Vertrauen Aufbauen über kulturelle Schranken hinweg

Wie können wir Vertrauen bilden - in uns selbst, in unserer Gemeinschaft, in unserem Land und über alle Grenzen hinaus?

Vom 18. bis 25. August organisierten wir unter dem Titel „Building Trust Across Cultural Boundaries “ (Vertrauen aufbauen über kulturelle Schranken hinweg) ein Seminar, das 30 Jugendliche auf die gedankliche Reise schickte, genau diese Frage zu beantworten. Für eine Woche luden wir dazu junge, engagierte Leute aus neun verschiedenen Nationen nach Gantikow in Brandenburg ein.

Seit bereits drei Jahren bietet die Initiative Mittel- und Osteuropa (InMOE) gemeinsam mit Foundation for Freedom (F4F) Jugendseminare an. Zum ersten Mal wurde das Training jetzt als ein gemeinsames Projekt von InMOE und Initiatives of Change in Deutschland veranstaltet.

Thema des diesjährigen Seminars war „Trustbuilding“ - der Aufbau von Vertrauen - als ein Mittel, um gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen - angefangen bei jedem selbst. „Trustbuilding“, das hört sich nach Beziehung oder Familie an. Nach etwas Exklusivem und sehr Abstraktem. In Wirklichkeit ist Vertrauen aber eine wichtige Basis, die in jede Nische des Lebens greift, von einem wertschätzenden Umgang mit den Arbeitskollegen, dem Vertrauen in sich selbst bis zum Vertrauen, das Geschichte veränderte. Ohne Vertrauen wäre die Europäische Union beispielsweise heute eine andere. Und doch fußt das große, globale Vertrauen in der Initiative und Menschlichkeit einzelner Menschen.

Die rund 30 Teilnehmer bekamen eine Woche lang die Möglichkeit, Vertrauen in seiner Facettenhaftigkeit zu entdecken. Zum einen durch theoretisches Wissen über Dialog- und Diskussionsformen, Konfliktbewältigung, Gruppendynamik und zivilgesellschaftlichem Engagement, zum anderen durch das Üben von Wertschätzung, Mitgefühl, Toleranz, aufmerksamen Zuhören, ehrlichen Gesprächen und der aktiven Auseinandersetzung mit Werten. Mit Hilfe von Kunst lernten die Teilnehmer, tiefer in sich hineinzuschauen, um sich selbst und die Gruppe zu reflektieren. Der Austausch persönlicher Lebensgeschichten und eine Zeit der Stille waren wie in den vorherigen Kursen ein wichtiger Bestandteil des Kurses.

Trotz der Übungen, dem Malen, Modellieren und dem Wissens-Input gestalteten wir die Woche weniger als striktes Programm denn als Experiment. Die Teilnehmer hatten die Chance, selbst Teil des Prozesses zu werden. Wir, das Organisations-Team (Robert Werner und Anne Esswein von der Initiative Mittel und Osteuropa/Eva Neidlinger, Angela Starovoytova, Anna Pozogina und Anna Bondarenko von IofC und Foundation for Freedom) setzten viel mehr nur den Impulse und den Rahmen, in dem die Teilnehmer die Chance hatten „Trustbuilding“ in einer sicheren Gruppenkonstellation zu üben und Vertrauen über kulturelle und geografische Grenzen hinaus zu bilden. „Ich habe erkannt, dass ich einfach bei mir selber anfangen muss." sagte der Ugander Ivan Kitooke am Ende des Seminars, „Ihr habt mir dazu die Landkarte gegeben“.

Bericht von Anne Esswein