Menschen - Geschichten - Berichte

Vertrauen in Kenia online aufbauen

Trustbuilding-Programm

Dienstag, 28. April 2020

 

Wie setzt das kenianische Team des Trustbuilding-Programms seine Arbeit zum Aufbau von Vertrauen in dieser Zeit der Krise online fort? Ein interreligiöses Gebet und ein Austausch zwischen muslimischen Frauen sind einige der Online-Aktivitäten, die das kenianische Trustbuilding-Team aufgrund von COVID-19 organisiert hat.

 

Interreligiöses Gebet und Austausch

Am 16. April fand ein Zoom-Treffen mit 16 Teilnehmenden aus Garissa statt. Es war eine offenes Event, bei dem sich die Teilnehmenden über ihre Situation austauschten. Die Die Teilnehmenden mit unterschiedlichem religiösen Hintergrund hielten ein interreligiöses Gebet ab, in dem sie für ihre Familien, eine gute Regierungsführung, Kranke und die Zukunft der Menschheit beteten.


Frauen teilen

Das Team organisierte einen Austausch zwischen Amina Khalid und muslimischen Studentinnen somalischer Herkunft, die an der Universität Garissa studieren. Amina ist die Projektmanagerin des Programms für nachhaltige Gemeinschaften von Initiativen der Veränderung in Grossbritannien und erzählte die Geschichte ihrer Reise von Somalia nach Grossbritannien. Projektleiter Dan Mugera hatte sie gebeten, die Mädchen als Mentorin zu betreuen, da sie schüchtern sind und sich nicht sofort wohl dabei fühlten, über ihre persönlichen Geschichten zu sprechen. Als Amina ihre Geschichte erzählte, fingen die jungen Frauen an, sich mehr zu öffnen. Amina erzählte ausserdem von ihren Erfahrungen mit der Stigmatisierung und dem Rassismus, denen sie ausgesetzt war, als sie nach Grssßbritannien kam und wie sie diese Herausforderungen gemeistert hat. Sie erzählte, wie IofC ihr geholfen hat, Verantwortung zu übernehmen und sich selbst für den Wandel einzusetzen, indem sie vor allem in ihrem eigenen Leben Veränderungen vornahm.

 

Aus ganzem Herzen

Amina erklärte, die Sprache des Herzens mache es möglich, mit Menschen einer anderen Rasse oder Religion sprechen zu können. Balqesa Abadi berichtete über die Herausforderungen, denen sie aufgrund negativer kultureller Praktiken begegnet ist, die falsch interpretiert und als religiöse Überzeugungen hingestellt wurden. Diese Fehlinterpretation unterwarf sie einem harten Urteil.  Sie sagte, dass sie sich darauf konzentrierte, zu überleben, anstatt zu leben.

Einer der Studenten, Hafsa, sagte, dass "die Kultur manchmal mit Religion verschmolzen ist, was die Dinge schwierig macht". Sie erlebe dies auch an der Universität und sie berichtete der Gruppe, dass Geschlechterdiskriminierung weit verbreitet sei. Sie glaubt, dass sie als Frau für eine Führungsposition als zu unqualifiert angesehen werde.

Auch andere Studentinnen erzählten Amina und der Gruppe ihre Erfahrungen. Aisha, die in anderen Teilen Kenias aufgewachsen ist, sagte, sie mache andere Erfahrungen, seit sie nach Garissa gegangen sei, da einige Leute es als seltsam empfänden, dass sie sich mit Menschen anderer Religionen abgibt. Zalikha erzählte, sie müsse sich mit extremen Meinungen auseinandersetzen, seit sie sich mit Nicht-Musliminnen und Nicht-Muslimen getroffen habe. Mumbi berichtete, dass sie mit den gleichen Schwierigkeiten konfrontiert sei und erzählte der Gruppe, wie IofC-Werte ihr geholfen hätten, besser, vorurteilslos und liebevoll mit Menschen anderen Glaubens umzugehen.

Balqesa Abdi, die eng mit dem Projekt in Kenia zusammenarbeitet, hilft Amina als Mentorin bei der Betreuung dieser jungen Frauen. Sie ist Friedensbotschafterin sowie Expertin und Ausbilderin für Jugend- und Frauenförderung. Amina und Balqesa werden die jungen somalischen Studentinnen weiterhin als Mentorinnen betreuen mit dem Ziel, die Frauen wiederum zu Mentorinnen für Mädchen in ihren eigenen Gemeinden auszubilden.

Kampagne für Hoffnung

Das kenianische Trustbuilding-Team führte ein Online-Treffen durch, bei dem es angesichts der COVID-19-Pandemie einen Plan zur Durchführung einer Online-Hoffnungskampagne erstellte. Das Team sammelt Video-Input von Projektteilnehmenden in Mombasa und Garissa, der bearbeitet und über soziale Netzwerke verbreitet werden soll.  

 

 

 

 

 

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Das Trustbuilding-Programm befasst sich international und national mit Konfliktthemen. Voraussetzung ist hierbei die Überzeugung, dass nur Menschen, die sich persönlich mit dem Aufbau von Vertrauen auseinandergesetzt haben, weltweit Spaltungen überwinden können. Das Programm wurde 2019 in Kenia, Kanada und Frankreich von Initiativen der Veränderung ins Leben gerufen.